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Kinder- und Jugendliteratur der Romania

Impulse für ein neues romanistisches Forschungsfeld

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Ludger Scherer and Roland Ißler

Die Kinder- und Jugendliteratur der romanischen Länder ist, obwohl seit langem international erfolgreich, in der deutschsprachigen Romanistik bislang noch nicht als systematisches Forschungsfeld etabliert. Dieser Band, der auf eine Sektion des Romanistentags 2013 zurückgeht, gibt nun Impulse für eine romanistische Kinder- und Jugendliteraturforschung. 20 Beiträge behandeln exemplarisch französische und frankophone, italienische, spanische und lateinamerikanische (auch brasilianische) Werke. Die hier angesprochenen fundamentalen literarhistorischen und theoretischen Fragestellungen der Kinder- und Jugendliteraturforschung sind zudem interdisziplinär für praxisnahe universitäre und schulische Bildung und Lehre relevant.
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Anne Amend-Sochting Im Spannungsfeld von Diktatur und Musik: Maestro! von Xavier-Laurent Petit

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Xavier-Laurent Petit kann mit Fug und Recht als einer der bekanntesten und renommiertesten Gegenwartsautoren im Bereich Kinder- und Jugendliteratur gelten. Der 1956 geborene Autor veröffentlicht seit 1994 im jährlichen Rhythmus tendenziell kurze Romane für ein in erster Linie jugendliches Publikum.1

In diesen Texten stehen sehr häufig außereuropäische Kulturen im Mittelpunkt, so etwa in L’Oasis und Maestro!, die beide als Lektüreausgaben für den Französischunterricht an deutschen Schulen zur Verfügung stehen.2 Petit sagt selbst, dass er sich vor allem für äußere Lebenswelten interessiere, und dieses Interesse spiegele sich in seinen Romanen – „j’aime que mes bouquins ‚frôlent la réalité‘ de près“.3

Mit seinem (in doppelter Hinsicht) ausgezeichneten Roman Maestro! beweist Petit, dass kinder- und jugendliterarische Texte ein „Spezialfall der literarischen Kommunikation“4 sind. In mehrfacher Hinsicht unterliegen sie einer doppelten Adressierung und die damit einhergehenden Textstrategien können durchaus auch ästhetisch gehobenen Ansprüchen genügen.

Im Folgenden soll es darum gehen, Eckpunkte dieser Vermittlung zu verdeutlichen. Da ist zunächst die rein empirische, extrafiktionale doppelte Adressierung, denn Petits Roman richtet sich mit der paratextuellen Signalwelt, die ihn umgibt, auch an erwachsene Vermittlerfiguren. Innerfiktionaler Repräsentant dieser Vermittlung ist der Maestro, dem als Vexierbild der Diktator eines (nicht näher benannten) lateinamerikanischen Landes zur Seite gestellt wird. Die extrafiktionale doppelte Adressierung erfährt also eine intrafiktionale Spiegelung insofern, als es im Roman um Vermittlung und Aufnahme, um Unterricht und Lernen geht...

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