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Kinder- und Jugendliteratur der Romania

Impulse für ein neues romanistisches Forschungsfeld

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Edited By Ludger Scherer and Roland Ißler

Die Kinder- und Jugendliteratur der romanischen Länder ist, obwohl seit langem international erfolgreich, in der deutschsprachigen Romanistik bislang noch nicht als systematisches Forschungsfeld etabliert. Dieser Band, der auf eine Sektion des Romanistentags 2013 zurückgeht, gibt nun Impulse für eine romanistische Kinder- und Jugendliteraturforschung. 20 Beiträge behandeln exemplarisch französische und frankophone, italienische, spanische und lateinamerikanische (auch brasilianische) Werke. Die hier angesprochenen fundamentalen literarhistorischen und theoretischen Fragestellungen der Kinder- und Jugendliteraturforschung sind zudem interdisziplinär für praxisnahe universitäre und schulische Bildung und Lehre relevant.
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Annette Kliewer Das Heute im Gestern. Deconstruction a la francaise im historischen Jugendbuch?

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Historische Jugendbücher

Was ist überhaupt ein „historisches Jugendbuch“? Gabriele von Glasenapp betont, dass es hier eine minimalistische und eine maximalistische Definition gebe: Man könne darunter ganz eng „ausschließlich realistische Werke mit zeitlich und geographisch genau lokalisierbaren Inhalten“ verstehen, aber auch im weiteren Sinne Werke, „die lediglich durch bestimmte Elemente der Handlung zu erkennen geben, dass zwischen der von ihnen erzählten Welt und der Gegenwart des Lesers eine deutliche zeitliche Differenz besteht“.1 Es könnten demnach sogar „solche geschichtserzählenden Werke dem Genre des historischen Romans zugeordnet werden, die einen gewissen (allerdings nicht handlungskonstituierenden) Anteil an phantastischen Elementen aufweisen“.2 Der historische Roman stand immer schon in direkter Nähe zum Abenteuerroman,3 nun scheint sich die „Hybridität des Genres“,4 also die Kennzeichnung des Geschichtsbuches als „Mischgattung“, auch auf andere Gattungen wie den Kriminalroman, den Adoleszenzroman, ja sogar auf die Fantasy auszuweiten. Welche Rolle kann das historische Jugendbuch bei der Förderung von Geschichtsbewusstsein spielen? Um über Vergangenheit schreiben zu können, aber auch um über sie lesen zu können, bedarf es verschiedener Basisfertigkeiten, die mit dem Begriff des Geschichtsbewusstseins gefasst werden können: Die Schreibenden/Lesenden brauchen erstens ein „Zeit- und Historizitätskonzept“, zweitens „Empathiefähigkeit“, also die Fähigkeit, sich in Menschen und Situationen versetzen zu können, drittens die Fähigkeit zur „Mehrperspektivität“ (Perspektivenwechsel).5 All dieses kann das historische Jugendbuch vermitteln. Geschichtsdidaktische Grundannahme ist, dass sich Geschichtsbewusstsein über drei Grundkompetenzen herstellen lässt: ← 85 | 86 →

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