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Recht nach dem Arabischen Frühling

Beiträge zum islamischen Recht IX

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Bruno Menhofer and Dirk Otto

Der von der Gesellschaft für arabisches und islamisches Recht herausgegebene Band enthält die Vorträge, die auf der Jahrestagung der Gesellschaft 2012 in Heidelberg gehalten wurden. Ergänzt werden diese durch eine Reihe von Vorträgen, die ebenfalls die Veränderungen der rechtlichen Strukturen nach dem Arabischen Frühling in den betroffenen Ländern und im gesamten Rechtskreis islamisch beeinflusster Rechtsordnungen zum Gegenstand haben. Die Beiträge spannen dabei einen Bogen von den islamischen Einflüssen auf die ägyptische Verfassung über Chancen der Rechtsentwicklung im Arabischen Frühling und Strukturen des Vereins- und Versicherungsrechts bis hin zu aktuellen Fragen der Schiedsgerichtsbarkeit in Saudi-Arabien.
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Deutsch/indisch-moslemische Erbfälle – Nachlassplanung und Abwicklung

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von Rechtsanwalt und Notar Dr. Dirk Otto, LLM, Frankfurt am Main

Das indische Erbrecht ist personal (und teilweise auch territorial) gespalten. Mit Ausnahme des Bundesstaates Goa und den Unionsterritorien Daman und Diu, in denen noch das Erbrecht des alten portugiesischen Zivilgesetzbuches gilt,1 richtet sich in den übrigen Bundesstaaten das anwendbare Erbrecht grundsätzlich nach der Religionszugehörigkeit des Erblassers. Eine Ausnahme gilt dann, wenn der Erblasser eine Zivilehe eingegangen ist. Die personalen Erbrechte der Hindus (einschließlich Buddhisten, Sikhs und Jains), der Christen und der Parsen (Zoroastrier) sind durchgängig kodifiziert und weichen nur in Details voneinander ab.2 Lediglich das indisch moslemische Erbrecht als zweitwichtigstes personales Recht ist unkodifiziert. Sec. 2 des Muslim Personal Law (Shariat) Application Act von 1937 bestimmt, dass auf Moslems unter anderem im Bereich des Erbrechts das unkodifizierte Schariatsrecht anwendbar ist – wobei allerdings das durch indisches case law etablierte Recht angewandt wird, welches teilweise von der Auslegung in anderen Staaten abweicht. Da das indisch-moslemische Erbrecht als einziges personales Recht Indiens weibliche Erben benachteiligt und Nicht-Moslems vollständig vom gesetzlichen Erbrecht ausschließt, werden hier vor allem bei internationalen Erbfällen die größten Probleme aufgeworfen. Eine sorgfältige Nachlassplanung kann hier aber in vielen Punkten Abhilfe schaffen.

1.  IPR-Fragen

Das indische IPR geht vom Grundsatz der Nachlassspaltung aus. Das Erbrecht hinsichtlich von Immobiliarvermögen richtet sich ausschliesslich nach der lex ← 101 | 102 → rei sitae3, bei beweglichem Vermögen wird an das Domizil des Erblassers angeknüpft.4 Diese...

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