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Materialität(en) des Kultur- und Wissenstransfers in prä- und transnationalen Kontexten

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Edited By Michael Gissenwehrer and Katharina Keim

Im Mittelpunkt dieses Bandes steht die Frage nach den materiellen Bedingungen der Entstehung und Übermittlung kulturwissenschaftlicher Praktiken und zentraler fachspezifischer Konzepte bzw. Denkstile vor dem Hintergrund der Buchkultur und deren Übergang zur digitalen Epoche. In überwiegend diachroner Perspektive werden Transfer und Bedeutungswandel von Kulturgütern und Narrationen in Zeit und Raum durch Analyse der Materialität der jeweiligen Medienpraxis untersucht. Das zeitliche Spektrum umfasst dabei epochale Umbrüche im gesamteuropäischen Umfeld um 1700, im deutschen Kontext der Sattelzeit sowie transnationale kulturelle Inszenierungspraktiken der Gegenwart, letztere mit einem Schwerpunkt auf der zeitgenössischen Kultur Chinas.
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Einleitung

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Das stärkste Gedächtnis ist schwächer als die blasseste Tinte(Chinesisches Sprichwort)

Die Beiträge dieses Bandes gehen zurück auf eine Tagung des Arbeitskreises „Kulturwissenschaft(en) als interdisziplinäres Projekt“, die vom 16. bis zum 18. November 2012 an der Theaterwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München stattfand. Während in den vergangenen Jahren Positionsbestimmungen, Praxisbezüge, Ansätze unterschiedlicher Disziplinen und Verortungen im gesamteuropäischen Kontext im Vordergrund standen, wurde nun versucht, die Entstehung und den Wandel von – meist national bzw. topographisch definierten – Kulturkonzepten und -diskursen im Hinblick auf ihre materiale Basis zu hinterfragen.

Die gegenwärtige Revolutionierung der Alltags- und Wissenskultur durch die Digitalisierung bringt bekanntlich auch eine allmähliche Abkehr von der für den Denkstil und die Wissensformationen der Neuzeit prägenden neuzeitlichen Buchkultur mit sich. Im Rahmen dieser medialen Umbruchsituation offenbart sich, in welchem Ausmaß herrschende Episteme und Wissenspraktiken an bestimmte materiale Grundlagen gebunden sind. Im Bereich der Kulturwissenschaft(en) kommt dabei der Materialität des gedruckten Textes bzw. Dokuments ein besonderer Stellenwert zu, der oftmals durch ein strukturalistisches Verständnis von „Kultur als Text“ und einer Privilegierung der symbolischen Dimension, also des Bedeutungsaspekts gegenüber dem Zeichenträger, weitgehend verdeckt blieb.

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