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Materialität(en) des Kultur- und Wissenstransfers in prä- und transnationalen Kontexten

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Edited By Michael Gissenwehrer and Katharina Keim

Im Mittelpunkt dieses Bandes steht die Frage nach den materiellen Bedingungen der Entstehung und Übermittlung kulturwissenschaftlicher Praktiken und zentraler fachspezifischer Konzepte bzw. Denkstile vor dem Hintergrund der Buchkultur und deren Übergang zur digitalen Epoche. In überwiegend diachroner Perspektive werden Transfer und Bedeutungswandel von Kulturgütern und Narrationen in Zeit und Raum durch Analyse der Materialität der jeweiligen Medienpraxis untersucht. Das zeitliche Spektrum umfasst dabei epochale Umbrüche im gesamteuropäischen Umfeld um 1700, im deutschen Kontext der Sattelzeit sowie transnationale kulturelle Inszenierungspraktiken der Gegenwart, letztere mit einem Schwerpunkt auf der zeitgenössischen Kultur Chinas.
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Die mediale Destruktion eines Mythos. Das Geschichtsbild der Frontier und seine Zerstörung in Michael Ciminos „Heaven’s Gate“ (1980/1981)

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1.Die Konstruktion des historischen Mythos

Die Mythifizierung des Westens als einer Sphäre der materiellen Fülle, in der sozialer Aufstieg und politische Unabhängigkeit erreicht werden konnten, lässt sich bereits in der Zeit der britischen Kolonialisierung Nordamerikas verorten.1 Der Anspruch der weltweiten Vorbildlichkeit wurde durch die die neuenglischen Kolonien besiedelnden Puritaner in Symmetrie mit dem biblischen Volk Israel und die Deutung der Koloniegründungen als „New Jerusalem“ formuliert.2 Der Gouverneur von Massachusetts Bay, John Winthrop, verdeutlichte bereits 1630 diesen Anspruch: „[W]ee must Consider that wee shall bee as a City upon a Hill, the eyes of all people are uppon us”.3 Dieses exzeptionalistische Selbstbewusstsein wurde im Great Awakening, unter anderem durch den Theologen Jonathan Edwards, mit der unterstellten göttlichen Vorherbestimmung der Koloniegründungen in New England verbunden:

The Sun of righteousness has long been going down from East to West; and probably when the time comes to the church’s deliverance from her enemies […] the light will rise in the west […]. And we may suppose that this glorious work of God shall begin in any part of America, I think, if we consider the circumstances of the settlement of New ← 99 | 100 → England, it must appear the most likely of all American colonies, to be the best place whence this work shall principally take this rise.4

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