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«Christian Rock» – Unterhaltung oder mehr?

Eine Betrachtung unter kulturanthropologischen und musikwissenschaftlichen Aspekten

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Wolfgang Kabus and Tobias Rux

Fast unbemerkt hat sich Christian Rock zu einem Phänomen entwickelt, an dem weder Musikwissenschaft noch Kirche vorbeikommen. Sein erklärtes Programm ist die Begegnung mit der Welt des Glaubens. Trotzdem wird er beargwöhnt, ja abgelehnt. So versucht der Autor ganz pragmatisch mit verschiedenen Fragestellungen den wirklichen Sachverhalten auf den Grund zu gehen: Was ist unter Christian Rock zu verstehen? Kann er in seiner musikalischen Grundstruktur überhaupt ein Ort der Gottesbegegnung, ein locus theologicus sein, wie seine Vertreter behaupten? Welche Werte transportiert er? Ist er nicht vielmehr von lasziven Kräften gesteuert, als dass er ein Botschafter christlichen Glaubens sein könnte? Sensibilisiert er für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Kunst, Kultur und Theologie, oder ist er nichts weiter als eine christlich-triviale Musizierpraxis zur Unterhaltung der Menschheit? Diesen Fragen wird in musikwissenschaftlichen sowie kulturanthropologischen Auseinandersetzungen nachgegangen.
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7. Zur Kritik am (Christian) Rock

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In der Geschichte und Gegenwart populärer Musik gab und gibt es immer wieder Diskussionen um deren gesellschaftlichen Stellenwert. Für welche Eigenschaften Christian Rock kritisiert wird, soll hier aufgezeigt werden. Zuvor wird aber im Vergleich auf Aspekte des Rock im Allgemeinen in musikalischer und kulturanthropologischer Hinsicht eingegangen. Die Frage ist also zunächst: Welche Eigenschaften des Rock sind es, die auch dem Christian Rock – fast automatisch – angelastet werden?

7.1 Kritik an musikalischen Aspekten des Rock

• Die Kritik an Parametern der Rockmusik ist im Verhältnis zum ersten Themenpunkt begrenzt und geht aus psychologischen Untersuchungen hervor: Wenn es nach dem New Yorker Psychiater Dr. John Diamond geht, gefährdet das Hören von Rockmusik die körperliche Leistungsfähigkeit und führt zu Arbeitsineffizienz. Er will in einer Untersuchung festgestellt haben, dass die menschliche Muskelkraft durch das Hören eines bestimmten, heute häufig vorkommenden Rockrhythmus, in der Lyrik Anapäst genannt, nämlich da da DA,1 um zwei Drittel reduziert wird.2 Bei einem Walzerrhythmus hingegen, also DA da da, würde dies nicht passieren. Durch den Energieverlust, so Diamond, komme es in Folge zu einer Minderung der Arbeitseffizienz, was wiederum zu mehr Fehlern führe und im Endeffekt weniger Ergebnisse bringe.3 Das ist natürlich eine sehr gewagte These, die Gegenreaktionen herausfordert. Zum Beispiel zweifelt Steve Miller dies an und kommt zu gegenteiligen Ergebnissen. Denn dann wäre körperliche Schwerstarbeit oder körperliche Betätigung in Verbindung mit diesem Rhythmus nur...

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