Show Less
Restricted access

Die Rezeption von Religion in romantischer und moderner Literatur

Alfred de Vigny – Gérard de Nerval

Jonas von Moritz

Die Werke Alfred de Vignys und Gérard de Nervals gelten nicht als religiöse Literatur. Dennoch rezipieren diese beiden französischen Autoren des 19. Jahrhunderts religiöse Formen und Inhalte, die sie ihrer theologischen Bedeutung entledigen, um ihnen eine rein ästhetische Signifikanz zu verleihen. Im Kontext der Säkularisierungsthese beleuchtet diese Arbeit diese Transformierungsprozesse. Anhand der Verschiedenheit der Rezeption von Religion in den untersuchten Werken der beiden Autoren lässt sich die Notwendigkeit einer Unterscheidung von Romantik und Moderne aufzeigen.
Show Summary Details
Restricted access

3. Rezeptionen religiöser Formen und Inhalte in französischen Kunsttheorien des 19. Jahrhunderts

Extract



Ehe wir uns zu den Kerngebieten der literaturwissenschaftlichen Forschung begeben, wollen wir im Folgenden Abhandlungen aus dem von uns festgesetzten Zeitraum betrachten, die sich mit dem zu bearbeitenden Spannungsfeld von Religion und Literatur bzw. Kunst befassen.

Wir setzen beim konstituierenden Element christlich-kirchlicher Religiösität an: der dogmatischen Formulierung eines von allen Gläubigen geteilten Glaubensbekenntnisses. Inwiefern lässt sich eine Transformation von Dogmen in Kunst bzw. Literatur nachweisen?

Einerseits gehen wir vom christlich-dogmatischen Religionsverständnis aus und erkunden, inwiefern im 19. Jahrhundert der ästhetische Gehalt des Dogmas hervorgehoben wird. Die erste Perspektive auf das Spannungsverhältnis besteht also darin, das Kunstvolle der christlichen Religion zu akzentuieren. Andererseits gilt es zu erforschen, inwieweit in ästhetischen Ansätzen im Frankreich des 19. Jahrhunderts der Kunst Merkmale zugeschrieben werden, die ihre Entsprechung in der Funktion des Dogmas für das kirchliche Religionsverständnis haben. In einem ersten Schritt befassen wir uns mit Chateaubriands Versuch, das christliche Dogma nach ästhetischen Kategorien zu beschreiben und zu verteidigen (3.1), bevor wir auf drei Ansätze der zeitgenössischen Altphilologie (Creuzer), der Kunsttheorie (Jouffroy) und der Geschichtsphilosophie (Michelet) eingehen (3.2). Anschließend wollen wir versuchen, das Prophetische (3.3) und das Weibliche (3.4) als zwei konkrete religiöse Konzepte zu beschreiben, die in der französischen Literatur des 19. Jahrhunderts verstärkt aufgegriffen werden. Unser Anliegen ist es, die Rezeption prophetischer bzw. weiblicher Figuren im Hinblick auf eine Bestimmung des Verhältnisses von deren theologischen Gehalten zum Selbstverständnis der Literatur...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.