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Die Rezeption von Religion in romantischer und moderner Literatur

Alfred de Vigny – Gérard de Nerval

Jonas von Moritz

Die Werke Alfred de Vignys und Gérard de Nervals gelten nicht als religiöse Literatur. Dennoch rezipieren diese beiden französischen Autoren des 19. Jahrhunderts religiöse Formen und Inhalte, die sie ihrer theologischen Bedeutung entledigen, um ihnen eine rein ästhetische Signifikanz zu verleihen. Im Kontext der Säkularisierungsthese beleuchtet diese Arbeit diese Transformierungsprozesse. Anhand der Verschiedenheit der Rezeption von Religion in den untersuchten Werken der beiden Autoren lässt sich die Notwendigkeit einer Unterscheidung von Romantik und Moderne aufzeigen.
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6. Alfred de Vigny – kritische Auseinandersetzung mit dem Prophetenkonzept

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Alfred de Vigny wird während der Französischen Revolution im Jahr 1797 geboren.453 Seine Eltern – der bei seiner Geburt bereits über 60 Jahre alte Vater Léon-Pierre de Vigny und dessen 22 Jahre jüngere Frau Marie-Amélie de Baraudin – stammen aus der noblesse d’épée. Viele Güter der Familie werden im Laufe der Revolutionsjahre konfisziert. Das Umfeld, in dem der junge Alfred aufwächst, ist infolgedessen – ähnlich wie bei den anderen beiden großen Vertretern der ersten romantischen Generation Frankreichs454 – revolutionskritisch eingestellt. An die aristokratische Familientradition anknüpfend, strebt Vigny zunächst eine militärische Laufbahn in der königlichen Armee der Restauration an. Doch schon in jungen Jahren verschreibt er sich der Literatur. Er publiziert 1820 erste Gedichte in dem von Hugo herausgegebenen monarchistischen Conservateur littéraire. Sechs Jahre später gibt er einen Gedichtband, die Poèmes antiques et modernes heraus. Ähnlich wie Hugo versucht sich auch Vigny in verschiedenen literarischen Gattungen: dem historischen Roman (Cinq-Mars, 1826), dem Theater (Le More de Venise, 1829, La Maréchale d’Ancre, 1831, Chatterton, 1835), der Erzählung (Stello, 1832), der Autobiographie (Servitude et grandeur militaires, 1833–35). Die größte Bedeutung kommt aber seinem lyrischen Werk zu: 1864, ein Jahr nach Vignys Tod, erscheint die Sammlung Les Destinées. Poèmes philosophiques. In seinem literarischen Werk setzt sich der Autor mit religionsphilosophischen Themen auseinander. Großen Einfluss auf sein Denken haben der Platonismus, die Stoa, die Aufklärung (Voltaire), der Traditionalismus (Maistre), der katholische Liberalismus...

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