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Schreiben und «Rescripte» von Frauen und «Princessinen» aus dem Liegnitz(er) «Fürsten Hause» (1546-1678)

Edition sowie eine historisch-soziopragmatische und historisch-textlinguistische Skizze

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Anna Just

Mit dieser Monographie werden erstmals fnhd. handschriftliche Zeugnisse von Frauen in Schlesien aus dem Staatsarchiv in Liegnitz ediert. Der besondere Wert der Quellen aus den Jahren 1546 bis 1678 liegt darin, dass damit eine Teilhabe adeliger Frauen am lokalen öffentlichen Leben und mittelbar auch am Bildungswesen in der Frühen Neuzeit dokumentiert ist. Die Studie geht über das enge Gebiet der germanistischen Linguistik hinaus, indem die Verfasserin die Texte in die schriftliche Überlieferung des Fürstentums Liegnitz einbettet. Durch die Behandlung eines Ausschnitts des schlesischen Kommunikationsraums in historischer Tiefendimension können Einblicke in die Lebensverhältnisse und Schreibanlässe der Absenderinnen gegeben werden. Dem Modell einer Historischen Textlinguistik auf soziopragmatischer Grundlage folgend, eröffnet die Studie vielfältige Möglichkeiten für eine weitere Beschäftigung mit dem Material, sowohl in grammatisch-semantischer und textueller Hinsicht wie auch auf die Kommunikationsform Brief als solche bezogen.
Prof. Dr. Claudia Wich-Reif (Universität Bonn)
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8.4.3. Narratio

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Die Narratio eines Briefes folgte herkömmlicherweise dem Exordium, falls es vorhanden war, falls nicht, dann erschien es gleich nach der Salutatio:

Vnnd geht unehet nach dem anfang / Wo aber || der elb vermitten vnd nicht gebraucht würdt / oll dier || theyl uneht der Erbietung volgen / Mag auch / wie der || Anfang / in namhafftigen chwereeren achen gelen || geret vnd erbreittet werden / wie auch in geringen vnge || meldt bleiben. (Frangk 1531: XIIII)

← 248 | 249 → Aus dem Zitat ist ersichtlich, dass auch diese Briefsequenz fehlen konnte. Und wiederum findet sich dies in den Liegnitzer Briefen bestätigt. Der narrative Teil des Briefes ist in einigen der Liegnitzer Briefe nicht vorhanden, oder anders formuliert: Er ist als eine markierte Makrostruktur nicht vorhanden. Es kommt vor, dass sich die narrativen Sequenzen des Briefe, d.h. Exordium, Narratio und Petitio im Text vermischen und gelegentlich auch auf einen einzigen Satz reduziert sind, wovon bereits im Vorausgehenden die Rede war.

Die Narratio ist wohl der einzige Briefteil, der nicht nach einem engen und starren Vorschriftenkodex abgefasst werden musste und wohl auch nicht konnte:

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