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Innenansichten zur Wissenschaftsgeschichte

Vorläufige Bilanz eines Literaturwissenschaftlers

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Rainer Rosenberg

Ausgehend von der Skizzierung seines Lebenslaufs und der Auseinandersetzung mit den gängigen Identitätstheorien zieht Rosenberg die vorläufige Bilanz aus seinem Germanisten-Dasein. Als ein Literaturwissenschaftler hat er schon seit den 1980er Jahren zur Geschichte seiner Disziplin gearbeitet. Sein Augenmerk richtet sich nach den Tendenzen zu deren Neukonstituierung als Kulturwissenschaft nun auch auf ihre Hinwendung zu einer Geschichte der Wissensformen.
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Vorwort der Reihenherausgeber

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Wissenschaft erzeugt Wissen. Was wie ein Gemeinplatz klingt, enthält eine Vielzahl von frag-würdigen Implikationen: Was ist „Wissenschaft“? Wie „erzeugt“ sie Wissen? Und was ist „Wissen“ überhaupt? – Diese weitreichenden Fragen sind an dieser Stelle nicht einmal ansatzweise zu entfalten oder gar zu beantworten. Als sicher kann wohl gelten, dass die vielfältigen Prozesse des Erzeugens und Weitergebens von Wissen etwas mit Menschen und sozialen Beziehungen zu tun haben: Es sind in erster Linie Wissenschaftler, die als forschende und lehrende, lesende und schreibende Personen gesicherte Erkenntnisse formulieren und weitergeben, diskutieren und modifizieren, kanonisieren und verwerfen. In ihren kommunikativen Interaktionen spielen die auf spezifischen Regeln und Normen beruhenden Verfahren der Vermittlung von Geltungsansprüchen an andere Wissenschaftler eine ebenso wichtige Rolle wie die Behauptung und Begründung ihrer Einsichten. Um es knapp zu sagen: Die theoretisch angeleitete und methodisch regulierte Suche nach gerechtfertigter Erkenntnis wird durch Personen vollzogen, die – aus durchaus unterschiedlichen Gründen – wissen wollen und neben Prozeduren und Techniken vor allem Einstellungen und Überzeugungen entwickeln, die (zumindest dem Anspruch nach) Universalismus, Uneigennützigkeit und „organisierten Skeptizismus“ (Robert K. Merton) vereinigen.

Wissenschaft realisiert sich immer auch in Institutionen sowie mit Praktiken und Formaten, in und mit denen Wissenschaftler die von ihnen gewonnenen Erkenntnisse darstellen und plausibilisieren, um andere Wissenschaftsakteure überzeugen zu können. Mit der Akzeptanz ihrer Einsichten verbinden sich Anerkennung und Reputation, symbolische Gratifikationen (und manchmal auch ökonomische Gewinne).

Wissenschaftler bilden schließlich Lebensformen aus, die mehr sind als nur Beschäftigungsverhältnisse an dauerhaften...

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