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Innenansichten zur Wissenschaftsgeschichte

Vorläufige Bilanz eines Literaturwissenschaftlers

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Rainer Rosenberg

Ausgehend von der Skizzierung seines Lebenslaufs und der Auseinandersetzung mit den gängigen Identitätstheorien zieht Rosenberg die vorläufige Bilanz aus seinem Germanisten-Dasein. Als ein Literaturwissenschaftler hat er schon seit den 1980er Jahren zur Geschichte seiner Disziplin gearbeitet. Sein Augenmerk richtet sich nach den Tendenzen zu deren Neukonstituierung als Kulturwissenschaft nun auch auf ihre Hinwendung zu einer Geschichte der Wissensformen.
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Probleme, die ihn immer noch beschäftigen

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R.s Unbehagen an einigen der von ihm als verabsolutierend angesehenen Wissenschaftsparadigmen mag auch daher rühren, dass er selbst in seinen Texten heute dazu neigt, einmal getroffene Verallgemeinerungen zu relativieren, statt alle Fakten zu marginalisieren, die ihnen entgegenstehen. Diese Einstellung hat allerdings dazu geführt, dass einige Kritiker seiner neueren Arbeiten offenbar meinen, bei ihm eine gewisse Unentschiedenheit feststellen zu müssen. Bei genauerem Hinsehen ist jedoch leicht zu erkennen, dass die Kritikpunkte in der Regel eben Sachverhalte betreffen, in Bezug auf die seine Kritiker kein differenziertes Urteil mehr akzeptieren.89 Und dass er in diesen Texten, ebenso wie er allen Absolutsetzungen misstraut, auch kein anything goes gelten lässt. Den postmodernen Absolutisten hat er vielleicht unrecht getan mit seiner, wenngleich nur in der Frageform ausgesprochenen, Vermutung, sie dächten, wenn sie vom Ich- und Subjektzerfall sprechen, immer nur an die anderen: die Intellektuellen, die von diesem Zerfall noch nichts wissen, und vor allem natürlich an die große Masse, für die das allgemein gilt. Spricht doch einiges für die Annahme, dass sie von sich ausgegangen sind, sich selbst nicht mehr als ‚Ich’, als ‚Subjekt’, sondern nur noch als Rollenspieler ← 93 | 94 → verstehen wollten. Die Vermutung kam bei ihm auf, weil er von Propagandisten des Subjekt-Zerfalls, die er kannte, durchaus den Eindruck gewonnen hatte, es mit Ich-starken selbstbewussten Persönlichkeiten, keineswegs mit bloßen Rollenspielern zu tun zu haben.

Welchem Thema er sich in seiner nächsten Arbeit zuwenden wird, kann er jetzt noch nicht sagen....

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