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Wales

Die Entdeckung einer Landschaft und eines Volkes durch deutsche Reisende (1780-1860)

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Edited By Michael Maurer

Wales – Region oder Nation? Jahrhundertelang sah man in Wales nur eine europäische Randlandschaft. In Großbritannien fallen die Waliser auf mit Selbständigkeitsbestrebungen. Diese Textsammlung dokumentiert, wie Wales in den Gesichtskreis der Europäer getreten ist. Deutsche Reisende seit dem späten 18. Jahrhundert begannen sich für Wales zu interessieren als eine alpine Landschaft, die ihrer gesteigerten ästhetischen Sensibilität für das Pittoreske und Sublime entsprach. Unter den frühen Wales-Reisenden sind berühmte Namen wie Karl Friedrich Schinkel, Felix Mendelssohn Bartholdy, Hermann Fürst von Pückler-Muskau und Carl Gustav Carus. Während die meisten Wales nur kurz auf ihrer Durchreise berührten, treffen wir mit Julius Rodenberg 1856 den ersten Deutschen, der sich unter Walisern niederließ, ihre Sprache erlernte und ihre Lieder sammelte. Berichte aus romantischen Zeiten, als man Wales aber schon mit der Eisenbahn erreichen konnte.
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„Wales ist ein wunderschönes Land, aber das Format ist so klein“

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Felix Mendelssohn Bartholdy (1829)

Brief an Abraham Mendelssohn Bartholdy

Llangollen d. 25. Aug. 29

Nur keine Nationalmusik! Zehntausend Teufel sollen doch alles Volksthum holen. Da bin ich hier in Welschland, und, o, wie schön, ein Harfenist sitzt auf dem Flur jedes Wirthshauses von Ruf und spielt in einem fort sogenannte Volksmelodien, d. h. infames, gemeines, falsches Zeug, zu gleicher Zeit dudelt eben ein Leierkasten auch Melodien ab, zum Tollwerden ist es, Zahnschmerzen habe ich leider davon; die Schottischen Dudelsäcke, die Schweizer Kuhhörner, die Welschen Harfen, die alle den Jägerchor mit Variazionen oder Improvisationen von gräßlicher Art vortragen, ferner die schönen Gesänge auf der Flur, überhaupt alle ihre reelle Musik! Es ist über die Begriffe! Wenn man wie ich Beethovens Nationallieder nicht ausstehen kann, so gehe man doch hieher und höre diese von kreischenden Nasenstimmen gegrölt, begleitet von tölpelhaften Stümperfingern, und schimpfe nicht. Während aller dieser Zeilen spielt der Kerl auf dem Flur:



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