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Jugendsprachen

Stilisierungen, Identitäten, mediale Ressourcen

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Edited By Helga Kotthoff and Christine Mertzlufft

Sprachverhalten – von Kiezdeutsch bis zur Schreibstilistik von Mädchen auf Internetplattformen – gerät in diesem Beitrag zur Jugendsprachforschung als soziale Positionierungsaktivität in den Blick. Jugendliche nutzen ihr Wissen um kommunikationsstilistische Zuordnungen vielfältig, um sich als ein bestimmter Typus zu entwerfen, aber auch, um soziale Typen zu zitieren, zu karikieren und mit Zuordnungen zu spielen. Die deutschen und englischen Beträge dieses Bandes zeigen ein weltweites Spektrum. In vielen Ländern sind Sprech- und Schreibstile entstanden, bei denen Jugendliche Sprachen mischen und Regelverletzungen zur situativen Gebrauchsnorm einer Clique werden lassen. Junge Italo-Deutsche geraten mit ihrem Varietätenspektrum ebenso ins Blickfeld wie Studierende aus Ghana und SchülerInnen aus den USA, Dänemark und Georgien. Jugendliche haben in den Textsorten der sozialen Internetzwerke Schreib- und Bildstilistiken entwickelt, die nicht nur eigenwillig sind, sondern in ihrer Normferne wieder neue Normen konstituieren.
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„Ich jage Dich mit dem Duden durchs Ghetto“ Sprachideologie und Sprachreflexion in schülerVZ-Gruppen

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1

Aïsha Hellberg

Abstract

Der vorliegende Beitrag widmet sich Sprachthematisierungen von Jugendlichen auf der Social Network Site schülerVZ. In meinem Korpus von 600 sprachbezogenen schülerVZ-Gruppen lassen sich sprachreflexive und/oder -bewertende Tätigkeiten nachweisen und dienen als Beleg für das breite Vorhandensein von sogenannten Metasprachdiskursen und somit für ein hohes Sprachbewusstsein unter Jugendlichen. Exemplarisch werden zum einen die abwertenden Sprachideologien zum Thema Ethnolekt/ Kiezdeutsch und zum anderen die anerkennenden Sprachreflexionen in Bezug auf nichtorthografische Schreibkonventionen in den neuen Medien vorgestellt. Bei diesen beiden Formen nicht-standardsprachlichen Sprachgebrauchs zeigen sich unterschiedliche Bewertungsmuster. Wie auch Bierbach/ Birken-Silverman in diesem Band argumentieren, dienen spezifische Substandard-Sprachverwendungen Jugendlichen dabei häufig der Inszenierung bestimmter Selbstbilder. Ein solcher sozialsymbolischer Gebrauch setzt ein hohes Bewusstsein bezüglich der genutzten Varietäten und Stile voraus.

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