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Exportdeterminanten serbischen Obstes

Eine triangulative Wertschöpfungskettenanalyse zur Exploration potenziell hemmender Einflussfaktoren im bilateralen Lebensmittelhandel

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Eli Kolundzija

Was hindert serbische Unternehmen daran ihre Potenziale in Produktionsmenge, Wettbewerbsfähigkeit und Weiterveredlung auszuschöpfen? Können Faktoren identifiziert werden, die den internationalen Obsthandel mengen- und wertmäßig begrenzen? Mittels dreier empirischer Analysen, nämlich je einer qualitativen Branchen- und Wertschöpfungsketten- sowie einer ökonometrischen Gravitationsanalyse, konnten bislang in der Literatur nicht betrachtete Handelsdeterminanten ermittelt werden, die den makro-ökonomischen Fokus um die mikro- bzw. sozio-ökonomischen und meso-ökonomischen Phänomene und Perspektiven erweitern. Die dem Gravitationsmodell unterliegende Datenbasis umfasst hierbei den bilateralen Handel zwischen 20 obst-exportierenden Ländern und sechs obst-importierenden EU-Ländern.
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für den serbischen Obstsektor und die Teilnahme am internationalen Lebensmittelhandel

Knapp dreizehn Jahre nach dem Sturz Milosevićs und dem Beginn der ökonomischen und politischen Demokratisierung kann sich Serbien immer noch nicht stabilisieren. Zum Teil liegt dies noch an den politischen und ökonomischen Nachwirkungen der letzten Balkankriege. Auch die europäische Wirtschaftsund Finanzkrise spielt mit in die Betrachtung hinein. Dennoch scheint vor allem die fehlgeschlagene Landespolitik, die seit dem Jahr 2000 keine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung initiieren konnte, für die Problematik verantwortlich zu sein. Daher erstaunt es weniger, dass nach der langjährigen diplomatischvermittelnden Politik Boris Tadićs der nationalistische Hardliner Tomislav Nikolić Mitte 2012 zum Präsidenten des Landes gewählt wurde. Die kontraproduktive Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre mündete in hohen Haushaltsdefiziten, einem sinkenden Bruttosozialprodukt, einer hohen Arbeitslosigkeit von über 25 % und damit einhergehend steigenden Armutszahlen, die sich vor allem im strukturschwachen Süden Serbiens bemerkbar machen.1 Insbesondere die hohe Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit in Kombination mit der staatlichen Unfähigkeit, Stellen zu schaffen, Bürokratie abzubauen, Privatisierungen voranzutreiben und Investoren anzulocken, wird das Land auch zukünftig vor enorme Entwicklungsschwierigkeiten stellen. Arbeitslose des Industrie- und Dienstleistungssektors werden oftmals im Primärsektor aufgefangen. Auch wenn dessen Beiträge zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) sinkt, bleiben die Beschäftigungszahlen seit Jahren einigermaßen konstant. Diese Schwemme an Humankapazitäten jedoch führt unter anderem dazu, dass Prozesse unnötig personell aufgebläht werden und Produkte hierdurch trotz niedriger Lohnkosten teurer sind als beim Wettbewerber. Serbiens Arbeiterproduktivität ist...

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