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Musik in der religiösen Erfahrung

Historisch-theologische Zugänge

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Edited By Rainer Kampling and Andreas Hölscher

Die Musik und das religiöse Leben gehören in der westeuropäischen Kultur untrennbar zusammen. In der Musik ereignet sich Bekenntnis und Erfahrung des Religiösen gleichzeitig. Dieser Sammelband zeigt die historische, kulturgeschichtliche und die theologische Dimension dieser Verbindung. Die Beiträge ermöglichen auch ein besseres Verstehen des Phänomens, weshalb die Musik, die für die Liturgie komponiert wurde, auch außerhalb ihres ursprünglichen Rahmens, eine besondere Anziehung darstellt.
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JHWH im Kreis musikalischer Gottheiten: Thomas Staubli

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Thomas Staubli

JHWH im Kreis musikalischer Gottheiten

Einleitung, Fragestellung

Wir stehen einer paradoxen Situation gegenüber: Einerseits befindet sich die Kirche Mitteleuropas in der tiefsten Krise seit es sie gibt, andererseits erfreut sich der geistliche Gesang ungebrochener Popularität. Nicht nur wird die überaus reiche klassisch-europäische Kirchenmusik landauf landab in unzähligen Profi- und Liebhaberensembles in- und außerhalb von Kirchen gepflegt, nein, die geistliche Musik erlebt bis heute immer wieder ungeahnte Innovationsschübe. Diese kommen seit rund 60 Jahren vor allem aus dem afrikanisch-amerikanischen1, mit wachsender Migration auch aus dem kontinentalafrikanischen Bereich.2 Einige Negro-Spirituals finden sich bereits als Klassiker in deutschsprachigen Kirchengesangbüchern.3 Gospelkonzerte erfreuen sich seit Jahren größter Beliebtheit. Aber auch die lokale Folklore wird je länger je mehr des geistlichen Gesangs für würdig befunden. So gibt es bei uns im Alpenraum seit einigen Jahren zum Beispiel Jodelmessen. Sogar einige Rapper und Heavy-Metal-Musiker wenden sich in ihrer musikalischen Sprache an Gott.4 ← 9 | 10 → Im Bereich der E-Musik zeichnet sich ein Trend zur Globalisierung und zur Vermischung der Genres ab, eine Synkretisierung, die permanent Neues schafft und auch vor dem Überschreiten konfessioneller und religiöser Grenzen nicht zurückschreckt. Ein Trendsetter erster Güte ist in dieser Hinsicht der argentinisch-jüdische Komponist Osvaldo Golijov (*1961), zum Beispiel mit seiner Markus-Passion aus dem Jahre 2000.5

Diese Situation im jüdisch-christlichen Kulturraum steht wiederum in scharfem Kontrast zu jener der religiösen Musik des Islam. Viele Muslime bestreiten...

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