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Wer ist mein Nächster?

Das Soziale in der Ego-Gesellschaft- 15. Ökumenische Sommerakademie, Kremsmünster 2013

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Edited By Severin Lederhilger

Der aktuelle politische und philosophische Diskurs bewegt sich zunehmend zwischen den Polen eines individualistischen Egoismus und den verschiedenen Aspekten gesellschaftlicher Solidarität. Inwieweit egozentrische Tendenzen das Zusammenleben maßgeblich bestimmen oder ob nicht Formen der Solidarität das eigentlich evolutive Erfolgsmodell menschlicher Gemeinschaft darstellen, gehört mit zu den Grundfragen unserer Zeit. Individuelle Verantwortung und autonome Selbstbestimmung kennzeichnen schließlich nicht nur die persönliche Lebensgestaltung, sondern prägen ebenso die wirtschaftlichen, kulturellen und kirchlichen Bereiche der Gesellschaft. Der überfordernde Zwang zur permanenten Selbst-Inszenierung und zur Verwirklichung des eigenen Ichs eröffnet aber zugleich einen neuen Zugang zur Rückfrage nach der Notwendigkeit alternativer Gestaltungen von Vergemeinschaftung, die Verlässlichkeit schenken und speziell der Dimension der Gerechtigkeit Rechnung tragen. Angesichts der anstehenden sozialen Probleme und veranlasst durch das Jubiläum von 10 Jahren «Sozialwort» des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich stellte sich die 15. Ökumenische Sommerakademie Kremsmünster 2013 provokant die biblische Nachfrage «Wer ist mein Nächster?» und erkundete so «das Soziale in der Ego-Gesellschaft».
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Manfred Scheuer. Ethik – Störfaktor oder Motor der Wirtschaft: Überlegungen in römisch-katholischer Perspektive

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Manfred Scheuer

Ethik – Störfaktor oder Motor der Wirtschaft

Überlegungen in römisch-katholischer Perspektive

1.Im Anfang war die Zahl? Oder: Der Mensch als Mittelpunkt der Wirtschaft

4000 Milliarden Dollar sind für die Anleger und Sparer durch die Finanzmarktkrise verloren, so konnte man es in den Tagen der Krise hören. – Bei einem Ranking der berühmtesten Chinesen setzte sich Berühmtheit aus der Einkommenshöhe und der Medienpräsenz zusammen.1 – Die Quoten entscheiden in den Medien, in der Wirtschaft und in der Politik über Qualität oder Versagen, über den Wert oder Unwert und auch über die Frage, wann von Krise die Rede ist. Im Anfang war die Zahl? Was wichtig ist, wird erschlossen über Kennziffern, Benchmarks und Rankings. Und doch reichen Zahlen, reicht das Ökonomieprinzip2 allein für die Bewertung nicht aus.

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