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«Bis dat, qui cito dat»

«Gegengabe» in Paremiology, Folklore, Language, and Literature – Honoring Wolfgang Mieder on His Seventieth Birthday

Edited By Christian Grandl and Kevin J. McKenna

Bis dat, qui cito dat – never has a proverb more aptly applied to an individual than does this Medieval Latin saying to Wolfgang Mieder. «He gives twice who gives quickly» captures the essence of his entire career, his professional as well as personal life. As a Gegengabe, this international festschrift honors Wolfgang Mieder on the occasion of his seventieth birthday for his contributions to world scholarship and his kindness, generosity, and philanthropy. Seventy-one friends and colleagues from around the world have contributed sixty-six essays in six languages to this volume, representative of the scope and breadth of his impressive scholarship in paremiology, folklore, language, and literature. This gift in return provides new insights from acknowledged experts from various fields of research.
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Zum Teufel mit dem …: Anfang und Ende in der experimentellen Parömiologie

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Christoph Chlosta & Peter Grzybek

Es muß ein Ding einen Anfang haben.

Es liegt nicht am wohl Anfangen, sondern am wohl Enden.

(Simrock, 311 & 321)

Anfang: Kenntnis und Bekanntheit von Sprichwörtern

Die Untersuchung der Sprichwortkenntnis und/oder -bekanntheit hat eine lange, zunächst eher in der Soziologie und Demoskopie als in der Parömiologie fußende Geschichte, die hier nicht im Detail referiert werden kann.1 Einen wesentlichen Anstoß hat diese Forschungsrichtung durch die Untersuchungen des russischen Parömiologen G.L. Permjakov in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts erfahren, als dieser die Frage aufwarf, welche Sprichwörter "allen" Angehörigen einer gegebenen Sprache bekannt sind. Wolfgang Mieder hat nach der Vermittlung dieser Arbeiten im Westen (vgl. Grzybek, 1984) wiederholt auf die Bedeutung dieses Ansatzes aufmerksam gemacht (1985 & 1992), und so hat es seither eine Reihe unterschiedlicher Versuche gegeben, sog. parömische Minima für verschiedene Sprachen zu erarbeiten.

Im Rahmen der empirischen und experimentellen Parömiologie hat sich die grundlegende Fragestellung seither wesentlich geändert – erweitert und präzisiert zugleich. So wird mittlerweile nicht mehr (nur) danach gefragt, welche Sprichwörter "allgemein" bekannt sind, vielmehr lautet die umfassendere Frage heutzutage: Wer in einer gegebenen Kultur kennt welche Sprichwörter in welcher sprachlichen Form, wovon hängt diese Kenntnis ab, und welche kollektiven Schnittmengen gibt es dabei? (vgl. Grzybek, 2012:118).

Diese Fragestellung trägt verschiedenen Umständen Rechnung, die sich im Laufe der...

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