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«Bis dat, qui cito dat»

«Gegengabe» in Paremiology, Folklore, Language, and Literature – Honoring Wolfgang Mieder on His Seventieth Birthday

Edited By Christian Grandl and Kevin J. McKenna

Bis dat, qui cito dat – never has a proverb more aptly applied to an individual than does this Medieval Latin saying to Wolfgang Mieder. «He gives twice who gives quickly» captures the essence of his entire career, his professional as well as personal life. As a Gegengabe, this international festschrift honors Wolfgang Mieder on the occasion of his seventieth birthday for his contributions to world scholarship and his kindness, generosity, and philanthropy. Seventy-one friends and colleagues from around the world have contributed sixty-six essays in six languages to this volume, representative of the scope and breadth of his impressive scholarship in paremiology, folklore, language, and literature. This gift in return provides new insights from acknowledged experts from various fields of research.
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Märchen der Brüder Grimm im "Volksmund"

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Siegfried Neumann

Wenn der weltweit bekannte, bedeutendste Parömiologe der Gegenwart zu einem neuen runden Jubiläum von seinen Fachgenossen erneut eine Festschrift erhält, liegt es nahe, dass ihre Beiträge sein ureigenstes Fachgebiet betreffen sollten. Doch der Jubilar ist auch als Erzählforscher hervorgetreten, dessen Leistungen auf diesem Gebiet ebenfalls als so bemerkenswert gelten, dass er 2012 durch die Auszeichnung mit dem renommierten Europäischen Märchenpreis der Märchenstiftung Walter Kahn gewürdigt wurde (Grandl, 2013; Neumann, 2012). Daher möchte ich mit meinem Beitrag den Erzählforscher Wolfgang Mieder ansprechen, der sich unter anderem auch mit den Brüdern Grimm beschäftigt hat – und zwar weniger mit dem Sprichwortgehalt ihrer Werke als mit ihren Kinder- und Hausmärchen (1857) (1986a), deren literarisches Nachleben ihn interessierte (vgl. 1979 & 1983 & 1986b & 2007 & 2009).

Buchmärchen und Volksmärchen

Die Grimmschen Märchen sind bei uns inzwischen in unzähligen Auflagen und, übersetzt in die jeweiligen Landesprachen, in zahlreichen anderen Ländern im Druck erschienen. Sie gelten in ihrer künstlerischen Formung durch Wilhelm Grimm als die klassische Ausgabe des deutschen Märchenschatzes, sind heute als Buchmärchen anerkannter Teil des Weltkulturerbes und haben demzufolge nicht nur per se, sondern auch subjektiv für Millionen Leser geradezu kanonischen Charakter. Selbst Generationen von deutschen Erzählforschern haben bei ihren Untersuchungen zum Märchen die Kinder- und Hausmärchen in der Ausgabe letzter Hand (Grimm, 1857) als die g...

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