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«Bis dat, qui cito dat»

«Gegengabe» in Paremiology, Folklore, Language, and Literature – Honoring Wolfgang Mieder on His Seventieth Birthday

Edited By Christian Grandl and Kevin J. McKenna

Bis dat, qui cito dat – never has a proverb more aptly applied to an individual than does this Medieval Latin saying to Wolfgang Mieder. «He gives twice who gives quickly» captures the essence of his entire career, his professional as well as personal life. As a Gegengabe, this international festschrift honors Wolfgang Mieder on the occasion of his seventieth birthday for his contributions to world scholarship and his kindness, generosity, and philanthropy. Seventy-one friends and colleagues from around the world have contributed sixty-six essays in six languages to this volume, representative of the scope and breadth of his impressive scholarship in paremiology, folklore, language, and literature. This gift in return provides new insights from acknowledged experts from various fields of research.
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Die Aporie von Autobiografie und Autofiktion: Gedanken zu Albert Camus und Karl Ove Knausgård

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Christine Palm Meister

Die folgenden unvorgreiflichen Gedanken zum Thema basieren auf der zufällig synchronen Lektüre von Albert Camus' Der erste Mensch (2010 [1994]) und Karl Ove Knausgårds Min kamp (2009–2011), literarischen Werken, wie sie ungleicher nicht sein könnten. Nun soll man ja bekanntlich nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, aber der gemeinsame Nenner ist das Genre, einmal als Autobiografie und einmal als Autofiktion bezeichnet, das hier der Gegenstand einiger Spekulationen werden soll.

Das Fatum von Camus' Werk ist abenteuerlich: Das handgeschriebene Manuskript wurde in der Mappe gefunden, die neben Camus lag, als er am 4. Januar 1960 auf dem Weg nach Paris im Wagen seines Verlegers Gallimard tödlich verunglückte. Das Manuskript war ohne Zeichensetzung, das letzte Kapitel fehlte noch. Seine Witwe hat in jahrelanger Arbeit ein sorgfältiges Schreibmaschinenmanuskript erstellt, es aber nicht veröffentlichen wollen, weil sie glaubte, ihrem Mann damit zu schaden, da er damals sehr umstritten war, nicht zuletzt auch in Schweden (siehe Lagercrantz, 2011: 106–108).

Erst die Tochter hat nach dem Tod der Mutter 34 Jahre später 1994 die Publikation beschlossen, ein Ereignis, das als hervorragendes literarisches Comeback des berühmten Autors gepriesen wurde. Die erklärte Absicht war es gewesen, mit diesem Buch sein Lebenswerk zu vollenden. Die Unvollständigkeit des Manuskripts gibt einen einzigartigen Einblick in Camus' Arbeitsweise am autobiografischen Thema.

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