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Interest Will Not Lie – oder doch?

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Miriam Köhle

Eigeninteresse der Akteure und Akteurinnen ist in der zeitgenössischen Ökonomie die zentrale Motivation menschlichen Handelns. Was aber ist Interesse eigentlich? Diese Arbeit verfolgt zunächst die Spur des schillernden Begriffs von seinen Ursprüngen über seine vielgestaltige Entwicklung bis hin zum zeitgenössischen Gebrauch anhand von Originaltexten des Jansenisten Pierre Nicole, des französischen Moralisten François de La Rochefoucauld, der schottischen Aufklärer David Hume und Adam Smith sowie des politischen Ökonomen John Stuart Mill. Sie analysiert die Implikationen, die das Konzept birgt, und plädiert für eine klarer umrissene, abgegrenzte Verwendung des Begriffs neben anderen, um der Komplexität der ökonomischen Realität wissenschaftlich gerecht zu werden.
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6 Gesamtbetrachtung

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6.1 Beschaffenheit von Interesse

Was also ist Interesse? An dieser Stelle möchte ich die vorgestellten Positionen zusammenfassen.

La Rochefoucaulds Intérêt ist die Seele von Nicoles Amour-Propre (2). Interesse ist hier das Verbindungsstück zwischen dem Selbst und der Handlung, ein Bewusstwerden der eigenen Ziele und auch eines Wegs, diese zu erreichen. Gleichzeitig erinnert La Rochefoucaulds Intérêt erstaunlicherweise an Aspekte von Smiths Sympathy, wenn er beschreibt, wie eine Erzählung das Interesse des Zuhörenden durch etwas, das ihn betrifft, auslösen kann. Interesse wird hier zum Universalprinzip menschlichen Handelns und Fühlens. Dabei bleibt es jedoch stärker selbstbezogen als bei Smith oder auch Hume.

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