Show Less
Restricted access

Ein «jüdisches» Mäzenatentum für moderne französische Kunst?

Das Fallbeispiel der Nationalgalerie im Berlin der wilhelminischen Ära (1882–1911) – Eine kultur- und sozialhistorische Studie

Series:

Johanna Heinen

Im Jahre 1896 erwarb die Nationalgalerie in Berlin als erstes Museum einer europäischen Metropole – noch vor Paris – Werke der französischen Impressionisten. Ihr Direktor Hugo von Tschudi setzte sich damit bis zu seiner Demission 1909 über die wilhelminische Kunstdoktrin wie auch die deutsch-französische «Erbfeindschaft» hinweg. Die Motive der Mäzene, die diese Werke stifteten, blieben bislang weitgehend unerforscht. Diese interdisziplinäre Studie zeigt neue Erklärungsmuster für das Kunstmäzenatentum im wilhelminischen Berlin auf. Die Autorin dekonstruiert überzeugend bisherige Thesen, die sich vor allem auf die jüdische Herkunft der Mäzene und ein oppositionell gesinntes Bürgertum beriefen.
Diese Studie wurde mit dem Dissertationspreis der Deutsch-Französischen Hochschule ausgezeichnet.
Show Summary Details
Restricted access

Vorwort und Danksagung

Extract



Das vorliegende Buch ist eine überarbeitete Fassung meiner Dissertation, die ich am 13. Dezember 2012 an der Freien Universität in Berlin verteidigt habe.

Mein erster Dank gilt meinen beiden Doktorvätern, Professor Michael Werner (École des hautes études en sciences sociales, Paris) und Professor Étienne François (Frankreichzentrum, Freie Universität Berlin). Sie haben meine Arbeit nicht nur durch ihre langjährige Expertise auf dem Gebiet der deutsch-französischen histoire croisée stark bereichert, sondern diese auch über viele Jahre hinweg vorbehaltslos und nachdrücklich unterstützt.

Der Arbeit dieses Buches gingen einige Jahre der Forschung zu einem verwandten Thema, den deutsch-jüdischen Kunsthändlern der modernen französischen Kunst Ende des 19. und Anfang 20. Jahrhunderts, voraus. Dies sollte zunächst auch das Thema meiner Dissertation sein. Ich hatte mich damit erstmals intensiv im Rahmen meiner französischen Maîtrise (damals gleichwertig mit einem deutschen Magister, heute durch den Master I ersetzt) in Kunstgeschichte an der Université Paris I Panthéon-Sorbonne auseinandergesetzt. Anhand des Beispiels des Kunsthändlers Siegfried Bing, der in Paris 1895 die Galerie Art nouveau eröffnete, befasste ich mich mit der Frage, warum Kunsthändler deutsch-jüdischer Abstammung auf dem internationalen Kunstmarkt der Moderne um die Jahrhundertwende, im Vergleich zum minimalen Anteil von Juden an der deutschen Gesamtbevölkerung, so zahlreich vertreten waren. In der anschließenden Masterarbeit über den Kunsthändler Hugo Perls, die ich an der École des hautes études en sciences sociales in Paris einreichte,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.