Show Less
Restricted access

Das fremde Japan: Ainu – Kami – Shinto

Die prähistorischen Wurzeln im Weltbild der Japaner

Ina Mahlstedt

Die unsichtbaren Kami sind auch im modernen Japan allgegenwärtig. Die vom Shinto verehrten Geistwesen der Natur prägen bis heute das Selbstverständnis der Japaner. Die Autorin stellt heraus, dass sich die religiösen Muster des Shinto auf das ungewöhnliche Weltbild der alten Ainu-Jäger zurückführen lassen. Nicht zuletzt anhand ihrer Schöpfungsgesänge, den Yukar, beleuchtet die Religionswissenschaftlerin die ursprüngliche Lebenswelt der prähistorischen Jäger. Schon die Ainu erklärten sich das Phänomen des Schöpferischen mit einer parallelen Welt, in der sich unsichtbare Kamui aus innerer Kraft in allen Formen der Natur materialisieren können. Auf der Grundlage dieses Weltbildes hat der Shinto ein organisiertes Ritualsystem entwickelt, das die Harmonie mit den Kami zum Wohle Japans sicherstellt.
Show Summary Details
Restricted access

2 Teil: Die Ainu – Die Welt der frühen Jäger

Extract



Ob nun die Ainu-Jäger die Jahrtausende alte Urbevölkerung Japans waren, "deren ungewöhnliche Religion und Kultur eine eigene Forschung erfordert" (Kitagawa 1987, 17), oder ob es die Menschen der Jomon-Kultur waren, was von den japanischen Forschern kontrovers diskutiert wird, sei dahin gestellt, weil es für meine Beobachtungen nicht wichtig ist. Interessant ist die Tatsache, dass die Jomon-Jäger ebenso wie die Ainu als letztes lebendes Verbindungsglied zu den vorgeschichtlichen Jägerkulturen einer Weltanschauung anhingen, bei der die unsichtbaren Kamui ihren Lebensraum mit den Menschen teilten. Für diese Kamui praktizierten die Jäger eine Vielzahl von Ritualen, in deren Mittelpunkt das so genannte Lyomante stand, also die rituelle Aufbahrung von Tieren anlässlich der Heimsendung ihrer Seelen. Aus religionswissenschaftlicher Sicht möchte ich im Folgenden versuchen, die religiöse Welt dieser frühen Jägerkultur zu rekonstruieren.



Abb. 4 Eine Gruppe von Ainu auf Sachalin etwa 1888 ← 17 | 18 →

Quellenlage und Forschungsstand

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.