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Schulgeschichte in Deutschland

Von den Anfängen bis in die Gegenwart- 2., aktualisierte und erweiterte Auflage

Gert Geißler

Der Autor legt eine Gesamtdarstellung zur deutschen Schulgeschichte vor. Mit der Behandlung wichtiger gesellschaftlicher Bezugsfelder der Schule rückt er Erziehungs- und Sozialisationsverhältnisse in den Blick. In der unmittelbar institutionsgeschichtlichen Dimension macht er vor allem Entwicklungen in Recht und Verwaltung der Schule, in der Schulerziehung, in den Unterrichtsfächern und im Leistungsverständnis sichtbar. Gleichermaßen dargestellt finden sich Schulalltag, Schulbau und die Schulstrukturverhältnisse. In die Betrachtung einbezogen sind außer der Pflichtschule auch die beruflichen Schulen, ebenso die Einrichtungen im Bereich der frühkindlichen Erziehung, der Sozialerziehung und der Lehrerbildung. Die Schulpolitik wird mit Blick auf das Agieren des Gesamtstaates, der einzelnen Länder, der Kirchen, von Parteien und Verbänden verdeutlicht. Es werden Bezüge zur internationalen Schulentwicklung hergestellt. Zahlreiche kommentierte Bilddokumente veranschaulichen die einzelnen Sachverhalte.
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4.3 Lehrerschaft

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Ausbildung

Mit der qualitativen und schulorganisatorischen Abgrenzung von wissenschaftlicher und elementarer Bildung in einem schließlich nahezu alle Kinder erfassenden gegliederten Schulwesen teilt sich die Lehrerschaft nach Ausbildung, Versorgung, Sozialprestige, sozialer Rekrutierung und beruflichem Selbstverständnis in klar getrennte Gruppen. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts organisieren sich diese in jeweils eigenen Verbänden1: Philologen als unmittelbar im Staatsdienst stehende Beamte einerseits, Volksschullehrer als mittelbare Beamte im Dienst ›untergeordneter Korporationen‹, vor allem der Gemeinde, andererseits. Hinzu kommen in einer statuarischen Zwischenstellung die Lehrpersonen der kommunalen mittleren und der Fortbildungsschulen, endlich als weitere, gleichfalls eher marginale Gruppe, die Lehrer diverser Privatschulen. Mit der wachsenden Pluralisierung der Interessen entstehen Lehrervereinigungen je nach konfessioneller Zugehörigkeit, nach Schultyp und Schulart, nach Dienststellung, Fachrichtung, Anstellungsverhältnis und Geschlecht. Es bestehen Dachverbände, Landesverbände, regional selbständige Vereine und eine weit gefächerte, vielstimmige Vereinspresse, die diesem Organisationsgefüge folgt.



Schule. Seht, nun genügt nicht mehr Kinderspiel. / Die Schulzeit naht, und ernsthaft ist das Ziel / Erzählungen von Rosalie Koch. Mit acht Bildern in Farbdruck von Th. Hosemann. Berlin [1875], Abb. 7 / Anders als in früheren Arbeiten stellt Th. Hosemann (1807–1875) hier im Jahre 1874 einen neuen, tadellos gekleideten, noch jugendfrischen Lehrertyp vor, einen ohne Gehrock, Mütze, Tabakspfeife, der ohne Stock einen fordernden Unterricht führt und der ausweislich auch der Brille gründlich auf sein Amt vorbereitet worden ist.

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