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Religiöse Bildung als Weg

Selbstfindung in einer Welt der kulturellen Vielfalt- Einführung in eine Theologie des Weges

Peter Graf

Der Autor konzipiert «Interreligiöse Religionspädagogik» auf interdisziplinären Grundlagen. Sein Konzept bezieht sich auf das Verhältnis zur deutschen Minderheit der Muslime. Es bietet zugleich Raum für den allgemeinen interreligiösen Dialog. Die Grundlagen stammen aus der Sozialisationsforschung sowie der Anthropologie von Martin Buber. Erkenntnistheoretisch folgt die Studie wichtigen Positionen der Kognitionspsychologie und Naturwissenschaften. Damit schafft sie ein religiöses Bewusstsein für individuelle Selbstfindung im Glauben und befähigt, religiöse Differenzen konstruktiv zu verarbeiten. Dieses Konzept mündet in einer Theologie des Weges, die im religiösen Leben (Mystik, Meditation, Tao) seit jeher eine große Rolle spielte und für den zukünftigen interreligiösen Dialog entscheidend sein wird.
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Ökumenischer Patriarch Bartholomaios I.

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Dem hochgelehrten Herrn Peter Graf, Professor der Universität Osnabrück, unserem im Herrn geliebten Sohn, Gnade und Friede von Gott.

Unsere heilige große Kirche Christi erkennt in ihrer Treue zum Evangelium unseres Erlösers Jesus Christus in der Gestalt unserer von vielfältigen Nöten geplagten Mitmenschen Christus selbst, unabhängig von ihrer religiösen und nationalen Identität. Denn Christus identifiziert sich im Gleichnis vom Weltgericht (Mt 25,31–46) mit unseren Brüdern, die in Bedrängnis sind. Vom Geist dieser Humanität getragen haben wir, die wir heute in aller Demut die Mission des Ökumenischen Patriarchates fortführen, ersichtlich eine besondere Sensibilität für die Problematik derjenigen gesellschaftlichen Schichten, die in Nöten sind, für die Gruppe der Migranten und insbesondere der sogenannten Wirtschaftsmigranten.

Die Überschreitung ethnischer Grenzen bedingt auch andere Überschreitungen in den Bereichen Kultur, Religion, Bildung und Volkszugehörigkeit. Dies gilt sowohl individuell als auch kollektiv. Die Andersartigkeit des gesellschaftlichen Lebens der Einwanderungsländer erfordert von den Migranten, sich unter großem psychologischen und emotionalen Druck so weit wie eben möglich den in der Wahlheimat herrschenden Bedingungen anzupassen, auch wenn diese von den in ihrem Herkunftsland herrschenden Bedingungen vollkommen verschieden sind.

Es ist klar, daß in diesem Zusammenhang Konflikte jeglicher Art unvermeidlich sind. Darum bedarf das Phänomen, mit dem Sie sich befassen, eingehender Untersuchung und einer Politik, die die Angleichung an die neuen Lebensbedingungen erleichtert.

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