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Die Eingemeindungen in die Stadt Kiel (1869–1970)

Gründe, Probleme und Kontroversen

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Julian Freche

Die Untersuchung der Eingemeindungen Kiels hat zwei wichtige Ziele. Zum einen wird eine Gesamtübersicht aller Eingemeindungen in die Stadt erstellt. Zum anderen wird die Stadt mit anderen Teilen Deutschlands verglichen, um aufzuzeigen, ob die Entwicklung Kiels typisch war. Zuerst wird in einer Übersicht die Eingemeindungspolitik in Deutschland im Verlauf von zwei Jahrhunderten kurz dargestellt. Anschließend erfolgt erstmalig die Darstellung aller Eingemeindungen in chronologischer Reihenfolge. Die wichtigsten Quellen sind dem Stadtarchiv Kiel entnommen, anhand derer die Entscheidungsprozesse der Verwaltung und der politischen Entscheidungsträger umfassend untersucht werden. Die Arbeit stellt die These auf, dass Kiel den typischen Verlauf von Eingemeindungen in Deutschland aufweist.
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6 Eingemeindungen nach dem Zweiten Weltkrieg

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Elmschenhagen blieb die einzige Gemeinde, die während der Herrschaft der Nationalsozialisten in Kiel eingemeindet wurde, der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und der anschließende Zusammenbruch des Deutschen Reiches verhinderten weitere Vorstöße in dieser Richtung. Aber bereits 1948, nach der Wahl von Andreas Gayk zum Oberbürgermeister200, wurden erste Gespräche mit der Gemeinde Schilksee geführt.201 Dies brachte zwar keinen Erfolg, aber es zeigte sich, dass vor allem die große Anzahl von Flüchtlingen in der Stadt und im Umland ein wichtiges Argument bei den Eingemeindungsverhandlungen der Folgezeit war.202 1955 stellte die Stadt Kiel fest, dass 18 Gemeinden aus dem Umland eingemeindet werden müssten, wenn das Wachstum der Stadt in der bisherigen Schnelligkeit weiter voranschreiten würde.203 Allerdings waren weder die Vertreter des Kreises Rendsburg noch des Kreises Plön von diesen Plänen überzeugt.204 Wie bereits dargestellt, war in der Bundesrepublik Deutschland die Tendenz erkennbar, dass Landgemeinden gegenüber Stadtgemeinden bevorzugt wurden.205 Dies stand im Gegensatz zu der Situation vor dem Zweiten Weltkrieg und wirkte sich erheblich auf die Eingemeindungsverhandlungen der Nachkriegszeit aus.206 Die Gemeinde- und Kreisvertreter, aber vor allem auch die Bevölkerung, standen Eingemeindungen sehr skeptisch gegenüber. Auch die ablehnende Haltung der Landesregierung prägte die Verhandlungen stark.207

Im folgenden Kapitel werden die drei Eingemeindungen der 1950er und 1960er Jahre dargestellt. 1952 erschien ein Gutachten über die Raumplanung der Stadt Kiel, dem der Magistrat bei den folgenden Eingemeindungsverhandlungen im Wesentlichen folgte.208 Die Eingemeindungen von 1970 stellen allerdings einen...

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