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Die Eingemeindungen in die Stadt Kiel (1869–1970)

Gründe, Probleme und Kontroversen

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Julian Freche

Die Untersuchung der Eingemeindungen Kiels hat zwei wichtige Ziele. Zum einen wird eine Gesamtübersicht aller Eingemeindungen in die Stadt erstellt. Zum anderen wird die Stadt mit anderen Teilen Deutschlands verglichen, um aufzuzeigen, ob die Entwicklung Kiels typisch war. Zuerst wird in einer Übersicht die Eingemeindungspolitik in Deutschland im Verlauf von zwei Jahrhunderten kurz dargestellt. Anschließend erfolgt erstmalig die Darstellung aller Eingemeindungen in chronologischer Reihenfolge. Die wichtigsten Quellen sind dem Stadtarchiv Kiel entnommen, anhand derer die Entscheidungsprozesse der Verwaltung und der politischen Entscheidungsträger umfassend untersucht werden. Die Arbeit stellt die These auf, dass Kiel den typischen Verlauf von Eingemeindungen in Deutschland aufweist.
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8 Zusammenfassung und Ausblick

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Kiel nahm als Reichskriegshafen eine Sonderstellung im Deutschen Reich ein und gehörte zu den Städten, die am stärksten vom Bevölkerungswachstum durch die Industrialisierung profitierten. Von 24.216 Einwohnern 1867 wuchs die Stadt bis 1914 auf 225.161 Einwohner (1900 waren es 107.977, ab diesem Zeitpunkt war Kiel Großstadt).333 Kaum eine andere Stadt in Deutschland konnte solche Wachstumszahlen vorweisen. Dennoch war die Entwicklung der Eingemeindungspolitik typisch für die Zeit. 1869 wurde Brunswik eingemeindet und in den folgenden Jahrzehnten bis in die 1880er Jahre gab es zunächst keine Notwendigkeit für weitere Eingmeindungen. Westlich und südlich der Altstadt gehörten weite Bereiche des Umlandes bereits zu Kiel. Das entsprach in etwa dem heutigen Exerzierplatz, Schreventeich und Knooper Weg. Dort und in Brunswik wurden neue Wohngebiete errichtet.

Erst als der Nord-Ostsee-Kanal gebaut wurde, richtete sich das Interesse des Magistrats auf Wik, das am südlichen Ufer des Kanals lag. Dort sollte ein Freihafen errichtet werden, da bereits alle zu Kiel gehörigen Bereiche der Förde genutzt wurden. Im Zuge der Eingemeindungsverhandlungen wurde die Polizeiverwaltung Kiels mit der einiger Umlandgemeinden zusammengelegt. Damit ließ die preußische Regierung keinen Zweifel, dass weitere Eingemeindungen nur eine Frage der Zeit seien. Bei den Eingemeindungsverhandlungen mit Wik wurde Druck auf den Magistrat ausgeübt, gleichzeitig auch Gaarden-Ost einzugemeinden. Dort hatte sich ein Großteil der Werftindustrie angesiedelt und die hohe Zahl der ansässigen Arbeiter belastete die Finanzverwaltung der Gemeinde. Da aber Unterstützung durch die...

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