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Verhaltensethik einer innerislamischen Streitkultur

Übersetzt und mit einer Einführung versehen von Bacem Dziri

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Bacem Dziri

Meinungsunterschiede unter Muslimen sind nicht erst in der Moderne eine virulente Angelegenheit. Sie waren und sind eine Quelle für Spannungen oder gar Spaltungen. Ṭāha Ğābir Fayyāḍ Al- c Alwānī (geb. 1935) widmet sich diesem Problem unterschiedlicher Lehrauffassungen im Islam. Bei seinem Plädoyer für eine innerislamische Streitkultur beruft er sich auf ausgewählte Beispiele aus der Frühzeit des Islams. Der rechte Umgang mit Differenzen erfordere auch ein Verständnis für dessen Gründe. Um dieses zu gewährleisten, stellt der Autor die Rechtssystematik aus einer kontroverstheologischen Perspektive vor, was einen erhellenden Blick auf dieses Feld ermöglicht. Den Meinungsunterschieden stehen höhere Prinzipien voran, an die es zu erinnern gilt, da diese dem Geist der Botschaft entsprechen.
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II. Verhaltensethik einer islamischen Streitkultur

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Lob sei Gott, dem Herrn der Welten und Segen, und Heil sei auf unserem Gesandten Muhammad, dem Siegel des Prophetentums, und auf seiner Familie, seinen Gefährten und all jenen, die zu seiner Botschaft einladen und seiner Rechtleitung folgen bis hin zum Jüngsten Tag.

In unserer heutigen Zeit haben sich die Krankheiten in der islamischen umma bereits so weit vermehrt, verzweigt und verbreitet, dass sie zahlreiche Aspekte der Religion und des Lebens befallen haben. Doch das Sonderbare und Verwunderliche hierbei ist, dass die umma nicht aufhört, weiter zu leben. Jene Leiden und Schwächen führten sie – Lob sei Gott – trotz ihrer schwerwiegenden und folgenschweren Leiden und Schwächen nicht zum Aussterben.

Dabei waren doch nur einige [dieser Faktoren] für den Niedergang ganzer Zivilisationen und Völker verantwortlich, ohne dass weder ihre Vielzahl noch ihr Reichtum an Ressourcen sie davor bewahren konnte. Möglicherweise liegt der Grund für das Überleben dieser umma bis zum heutigen Tage – trotz ihrer Schwäche und Erschöpfung – in der Existenz der Schrift ihres Herrn, der Sunna ihres Gesandten und der Abbitte der Tugendhaften unter ihren Anhängern, {Gott konnte sie unmöglich bestrafen, während du (noch) unter ihnen weiltest. Er hätte sie auch nimmer bestraft, wenn sie (sich eines Besseren besonnen und) um Vergebung gebeten hätten (w. während sie um Vergebung baten)} (Al-Anfāl: 33).

Vermutlich ist die gefährlichste aller Krankheiten, welche die umma befallen hat, das Leid des...

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