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Ruth Landshoff-Yorck – Schreibende Persephone zwischen Berliner Boheme und New Yorker Underground

Analysen zum Gesamtwerk

Diana Mantel

Das Gesamtwerk der fast vergessenen Schriftstellerin Ruth Landshoff-Yorck (1904–1966) steht im Mittelpunkt dieser Studie. Landshoffs Zitat «I am rediscovered every year, but like Persephone I always return underground» ist dabei wegweisend für die hier vorgestellten und analysierten Texte. Diese formieren sich, parallel zu Schaffens- und Lebensphasen der Autorin, in der Bewegung zwischen den Welten, zwischen Oberfläche und Underground, stets neu. Dabei zeigt das Buch, wie sich Landshoffs Schreiben von eher spielerischen Texten der 1920er Jahre zu dezidiert antifaschistischen Werken nach ihrer Emigration in die USA entwickelt. Dort wurde die «schreibende Persephone» nach 1945 im Off-Off-Broadway aktiv und verknüpfte diesen als wichtige Mentorin mit der europäischen Kunstszene.
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3. Das Exilwerk: 1933 bis 1945 – Übergänge

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3. Das Exilwerk: 1933 bis 1945 – Übergänge

Zwischen den Begriffen

„[M]y sole aim at that time was to fight Nazism and give information to the American public.“257

Sowohl der Begriff „Exilwerk“ als auch die Formulierung „Schreiben dazwischen“ in der Überschrift scheinen im ersten Moment in die falsche Richtung zu deuten, denn sie wirken, als würden sie vorrangig auf die Länder und Kontinente verweisen, „zwischen“ denen Landshoff im Exil schrieb. Gleichzeitig müssen beide Begriffe sowieso genauer betrachtet werden, damit sie nicht in eine missverständliche Richtung führen. Der Begriff „Exilwerk“ deshalb, weil Landshoff noch vor Ende des Zweiten Weltkriegs amerikanische Staatsbürgerin wurde – und somit gar keine Exilantin im klassischen Wortsinn war – und schon davor „eine andere Art von Emigrantin sein“258 sein wollte, wie sie in einer Skizze über ihre ebenfalls emigrierte Tante schrieb – weniger wehleidig, weniger am Alten hängend, mehr nach vorne sehend. Tatsächlich hatte sie als „exiled countess“ bei ihrer Ankunft in den USA ein großes Medienecho verursacht, das aber sehr schnell abnahm – so dass sie zum ersten Mal in einem „Hades“ landete und sich mit dem Schattendasein einer kaum bekannten Autorin, die von Neuem anfangen muss, anfreunden musste.259 Landshoff versuchte allerdings von Anfang an, sich völlig auf das neue Land einzulassen und schrieb wahrscheinlich deshalb kaum Texte, die typische Exilsituationen behandeln, wie die Entbehrungen der Exilanten, Geldnot oder ← 127 | 128 → andere schwierige Lebensumstände. Weiterhin entfaltet sich „Exil“ zu einem...

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