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Wolfgang Koeppen: Die Stadt als Pandämonium

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Christl Friederici

Die Stadt als Pandämonium setzt sich zum Ziel, die Affinität von Stadt und Roman an den Werken Tauben im Gras, Das Treibhaus und Der Tod in Rom von Wolfgang Koeppen aufzuzeigen. In jedem dieser Romane stellt die Stadt nicht nur Kulisse, Hintergrund, Symbol oder Motiv dar, sondern wird zum wesentlichen Bestandteil, zum konstituierenden Element des Textes. Von besonderer Wichtigkeit ist dabei die qualitative Komponente der Stadt: Einst Ort der persönlichen Freiheit des Menschen, verwandelt sie sich in den Nachkriegsromanen Koeppens in ein Pandämonium, das den Menschen in seiner Existenz bedroht.
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1. Einleitung

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1.  Einleitung

1.1  Wolfgang Koeppen: Leben und Werk

Über den privaten Koeppen sind die Angaben sehr ungenau. Er will es nicht anders. „Ich finde“, sagt er zu Linder, „dass da etwas offen bleiben muss. Ich weiß nicht: dieses Interesse der – allerdings natürlich nur beschränkten – Öffentlichkeit an den Lebensdaten eines Autors finde ich ganz falsch, das ist so eine Art Spiegel-Manier. Wenn ich die Bekanntheit von Böll oder Grass bekommen hätte, würde ich es ganz einfach als außerordentlich lästig empfinden, dass die Leute sich für mein Leben interessieren. Sie sollten meine Bücher lesen, da steht drin, was ich mitteilen will, und alles andere will ich gar nicht mitteilen“1

Geboren wurde Wolfgang Koeppen am 23. Juni 1906 in Greifswald (Pommern). Über seine Familie schreibt er in seiner Autobiographischen Skizze: „Ich entstamme einer nach landläufiger Auffassung heruntergekommenen Familie. Zur Zeit meiner Geburt muss sie leider den tiefsten Stand ihres Ansehens erreicht haben. Meine Mutter liebte und hasste den Ort. In seiner Umgebung zeigte sie mir später und mit verhärmtem Stolz Rittergüter, die uns schon lange nicht mehr gehörten.“2

Kindheit und Schulzeit verbrachte Koeppen in Ortelsburg, Masuren, im Hause eines Nennonkels, eines Mathematikers, dem Lebenspartner seiner Tante. Sein letztes Werk Jugend (1976), und die darin fast vollständig enthaltenen, schon in den Jahren vorher veröffentlichten Prosastücke Anamnese (1968), Von Anbeginn verurteilt (1969), Jugend (1971) und Vom Tisch (1972)...

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