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Salafismus in Deutschland

Entstehung, Radikalisierung und Prävention

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Edited By Rauf Ceylan and Benjamin Jokisch

Salafismus zeigt sich derzeit hauptsächlich in der medial aufgearbeiteten Form des zeitgenössischen politischen Salafismus: radikal, schnell wachsend, national und international als aktuelle Bedrohung empfunden. Dem öffentlichen Diskurs fehlt es häufig an Information und Differenzierung. Es gilt einerseits, Gefahren nicht kleinzureden, um Prävention und angemessene Reaktion zu ermöglichen, und andererseits, diese Minderheit in der Minderheit daran zu hindern, das Bild der Muslime in der Mehrheitsgesellschaft zu prägen. Informierend und differenzierend untersucht der vorliegende Band das Thema Salafismus in zwei Teilen unter den Gesichtspunkten Geschichte und Gegenwart des Salafismus in der islamischen Welt und, dem Titel folgend, Salafismus in Deutschland. Radikalisierung und Prävention.
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Zu konzeptuellem Gehalt und medialen Dimensionen des dschihadistischen Märtyrerkults des 20. und 21. Jahrhunderts: Das Erbe ʿAbdullāh ʿAzzāms

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Silvia Horsch

Einleitung

Wenn es um die Analyse des Phänomens des Selbstmordattentates geht, wird trotz wichtiger Forschungsarbeiten, die Funktion und Geschichte dieser Taktik untersucht haben,1 häufig auf eine vermeintlich wesensmäßige Militanz des Islams verwiesen. Dies ist nicht nur in weiten Teilen der Öffentlichkeit der Fall, die Tendenz (macht-)politische Faktoren gegenüber religiösen und kulturellen Erklärungsansätzen zu vernachlässigen, findet sich auch im wissenschaftlichen Diskurs.2 Die dschihadistische Rhetorik vom Selbstmordattentäter als Märtyrer liefert dann den willkommenen Beleg dafür, dass es sich bei dieser Taktik um eine „islamische“ handelt und legitimiert die Beschränkung der Ursachensuche für dieses komplexe Phänomen auf Vorstellungen vom Paradies als Lohn für den Märtyrertod. Die essentialisierende Mutmaßung, dass alles was Muslime tun, aus dem Islam heraus erklärt werden könne, liegt implizit oder explizit auch solchen Arbeiten zugrunde, die nach „Vorläufern“ für dschihadistische Praktiken in der islamischen (Früh-) Geschichte suchen.3 Es liegt auf der Hand, dass bei einem solchen Zugang (vermeintliche) Ähnlichkeiten überbewertet und „Vorläufer“ außerhalb des Islams gar nicht erst ins Blickfeld geraten können.

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