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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Gegen die Moderne. Zeit und Geschichte bei den Brüdern Grimm: Francesco Forlin

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Francesco Forlin

Gegen die Moderne. Zeit und Geschichte bei den Brüdern Grimm

Friedrich Carl von Savigny begann in Marburg gleich nach seiner Promotion im Jahre 1800 seine Lehrtätigkeit als Privatdozent. Zu den fleißigsten und interessiertesten Studenten des sehr jungen Privatdozenten gehörten von Beginn die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, beide nur wenige Jahre jünger als er selbst. Die Gedankenwelt Savignys hinterließ einen dauerhaften und prägenden Eindruck auf die Brüder. Im Folgenden werden einige philosophische Hinterlassenschaften dieser Beziehung untersucht. Dabei werden die Begriffe ‚Geschichte‘ und ‚Zeit‘ in das Zentrum gerückt. Der Grundgedanke dabei ist, dass die philosophischen Voraussetzungen der Grimm’schen Werke auf verschiedene Weise auf die Annahme und Weiterführung der Thesen Savignys zurückzuführen sind. Sie sind in jedem Fall Hintergrund für die ‚Märchen‘, die als eines der wichtigsten Zeugnisse der Romantik, die sich der Moderne entgegenstellen, zu verstehen sind. Im Aufsatz Ueber den Zweck dieser Zeitschrift, mit dem er die Zeitschrift für geschichtliche Rechtswissenschaft als Mitherausgeber vorstellt, erläutert Savigny die theoretischen Grundsätze der Historischen Rechtsschule, der er die ‚nicht historische Schule‘ gegenüberstellt. In der folgenden Fragestellung ist der Grundgedanke der beiden Richtungen klar abzulesen: „in welchem Verhältniß steht die Vergangenheit zur Gegenwart, oder das Werden zum Seyn?“1

Die Form der Fragestellung ist dabei von großer Wichtigkeit. Die Verknüpfung von ‚Vergangenheit – Werden‘ und ‚Gegenwart – Sein‘ gibt uns einen deutlichen Hinweis auf den philosophischen Standort...

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