Show Less
Restricted access

Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

Series:

Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
Show Summary Details
Restricted access

Zur Frage der orientalischen Vorlagen und Quellen der Grimm’schen Märchen: Ein Vergleich zwischen Mädchen ohne Hände (KHM 31) und der Geschichte der Frau, die dem Armen ein Almosen gab aus Tausendundeine Nacht: Engy El Sawaf

Extract

Engy El Sawaf

Zur Frage der orientalischen Vorlagen und Quellen der Grimm’schen Märchen: Ein Vergleich zwischen Mädchen ohne Hände (KHM 31) und der Geschichte der Frau, die dem Armen ein Almosen gab aus Tausendundeine Nacht

Die Aufnahme orientalischer Literatur in deutsche Dichtung hat eine lange Tradition, die weit bis ins Mittelalter zurückreicht und die im 19. Jahrhundert zur Mode wurde. Dabei wurde das Orientbild nicht zuletzt durch Übersetzungen und Nachdichtungen geprägt. Unter diesen Werken errang die arabische Märchensammlung Tausendundeine Nacht einen hohen Stellenwert. Antoine Galland hatte sie 1704 bis 1712 ins Französische übersetzt und sie damit in Europa bekannt gemacht. Sie wurde danach in fast alle europäischen Sprachen, u.a. ins Englische, Deutsche, Italienische und Spanische, übersetzt.1

Hugo von Hofmannsthal charakterisiert die Wunderwelt des Orients in Tausendundeine Nacht mit folgenden Worten:

Und was für eine Welt! Der Homer möchte in manchen Augenblicken daneben farblos und unnaiv erscheinen. Hier ist Buntheit und Tiefsinn, Überschwang der Phantasie und schneidende Weltweisheit; hier sind unendliche Begebenheiten, Träume, Weisheitsreden, Schwänke, Unanständigkeiten, Mysterien; hier ist die kühnste Geistigkeit und die vollkommenste Sinnlichkeit in eins verwoben.2

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.