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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Edited By Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Stimmen aus der Vergangenheit: Ruth B. Bottigheimer

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Ruth B. Bottigheimer

Stimmen aus der Vergangenheit

Die Editionsgeschichte der Grimm’schen Kinder- und Hausmärchen ist bekannt, doch möchte ich daran erinnern, dass die ersten der gesammelten Märchen in Briefen erschienen sind, die Jacob Grimm 1807 und 1808 an seinen Marburger Universitätslehrer Friedrich Carl von Savigny schrieb: Marienkind und Rumpenstünzchen, später Rumpelstilzchen betitelt. Die Brüder sammelten weiter, insbesondere unter ihren dortigen Bekannten und jungen Damen, mit denen sie sich regelmäßig zur Lesegesellschaft in Kassel trafen. Andere Beiträger sandten den Brüdern weitere Märchen. Nachdem Jacob und Wilhelm die Märchen bearbeitet hatten, erschien der erste Band zur Weihnachtszeit 1812. Offenkundig hat Wilhelm die für die Erstausgabe benutzten Manuskripte vernichtet.

Vor der Veröffentlichung aber bat sie Clemens Brentano, die Resultate ihrer Sammleraktivitäten, zu denen dieser die Anregung gegeben hatte, mit ihm zu teilen. Die Brüder kamen der Bitte nach, doch machte Brentano keinen Gebrauch von den zugesandten Märchenmanuskripten. Das führte dazu, dass die Öffentlichkeit erst mehr als ein Jahrhundert später davon erfuhr, als diese frühen Fassungen im Jahre 1927 in der französischen Abtei Ölenberg wieder ans Licht kamen. Brentanos Nachlässigkeit hatte daher den erfreulichen Effekt, die frühesten Nachweise der Grimm’schen Märchen für die Nachwelt zu erhalten, womit die authentischen Stimmen der ersten Beiträgerinnen und Beiträger studiert werden konnten. Dieser Artikel bezieht sich primär auf die Ölenberger Handschrift. Zum Vergleich werden...

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