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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Kausalität nach Gesetzen des Märchens. Mittelalterliches und märchenhaftes Erzählen: Joachim Theisen

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Joachim Theisen

Kausalität nach Gesetzen des Märchens. Mittelalterliches und märchenhaftes Erzählen

Noch deutlicher – und mutiger! – als in den Vorreden der eigenen Märchensammlung benennt Jacob Grimm 1831 im Vorwort zu den Russischen Volksmärchen von Anton Dietrich nicht nur die Funktion von Märchen – für die „Jugend“ –, sondern deutet auch ihre Geschichte an:

Jener faden und nüchtern ersonnenen Erzählungen, welche dem einfältigen Kindersinn in leeren, keine Wurzel schlagenden Bildern nichts als einen verdünnten Absud dürftiger Moral anboten, endlich müde, freute man sich, die verarmte Jugend in ihr Eigenthum wieder einzusetzen und an dem noch unversiegten Quell der alten Phantasie zu laben. Zugleich aber wurde klar, daß die Poesie des Mittelalters, der man eben größere Aufmerksamkeit zuzuwenden begonnen hatte, selbst mit diesen Märchen zusammenhenge und die wechselseitige Aufklärung beider durch einander nicht vernachlässigt werden dürfte.1

Mit diesem Thema der „wechselseitige[n] Aufklärung beider“, der Poesie des Mittelalters und der Märchen, werde ich mich beschäftigen. Außerdem versuche ich zu zeigen, dass sich beides narrativ aus der Zweckursache des mündlichen Erzählens konstituiert.

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