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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Edited By Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Das Hässliche in den Märchen der Brüder Grimm anhand der Ästhetik des Häßlichen von Karl Rosenkranz: Joanna Gospodarczyk

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Joanna Gospodarczyk

Das Hässliche in den Märchen der Brüder Grimm anhand der Ästhetik des Häßlichen von Karl Rosenkranz

In den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm finden sich zahlreiche Erscheinungsformen von Hässlichkeit. Es handelt sich dabei sowohl um das hässliche Äußere der auftretenden Figuren als auch um Handlungen, die man als hässlich bezeichnen kann und die oft einen Gegensatz zum Schönen und Guten bilden. Der folgende Beitrag stellt einen Versuch dar, die in den KHM auftretenden Formen von Hässlichkeit mit der von Karl Rosenkranz entwickelten Systematik des Hässlichen zu konfrontieren. Die Untersuchung wird nur an einem ausgewählten Aspekt durchgeführt – an der Kategorie der Verletzung der Form. Die an der klassischen und idealistischen Philosophie orientierte Monographie Rosenkranz’ inspiriert dazu, diese auf die Kinder- und Hausmärchen mit der Fragestellung anzuwenden, ob man Gemeinsamkeiten in der Betrachtung des Hässlichen feststellen kann.

In der griechischen Sprache bezeichnet ‚hässlich‘ das, was sittlich oder ontologisch minderwertig ist und abstoßend wirkt.1 Im Lateinischen stehen die Begriffe ‚turpis‘ und ‚deformis‘ für Hässlichkeit und deuten auf die Verletzung der Form und der Gestalt.

Schon in der Antike wurde die Kategorie des Hässlichen als Gegensatz zum Schönen verstanden; gemeinsam bildeten sie eine Opposition wie das Böse zum Guten, wie das Nichts zum Sein, wie der Stoff zur Form. Diese Kategorien dienten der Beurteilung von unangemessenen, nichtigen Erscheinungen oder...

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