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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Edited By Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Schneewittchen schrecklich schön. Benjamin Lacombes bildkünstlerische Märchenbearbeitung: Mareile Oetken

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Mareile Oetken

Schneewittchen schrecklich schön. Benjamin Lacombes bildkünstlerische Märchenbearbeitung

Die Begeisterung für die Illustration von Märchen, die für den nachhaltigen Erfolg dieser Erzählgattung mitverantwortlich war, entbrannte nach den ersten Stichen von George Cruikshank (1823) und von Ludwig Emil Grimm (1825) und erfasste die seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert überaus populären Bilderbögen, wie sie bald auch Eingang in die Malerei fand, die Theater- und Opernbühne eroberte und ab dem 20. Jahrhundert selbstverständlicher Gegenstand der audiovisuellen Medien wurde. Die lange und z.T. sehr prominente bildkünstlerische Tradition1 und ihre heute anhaltend große Präsenz (und hier sind Werbung, Filme, allgemein Medientransfers und -verbünde eingeschlossen) führen dazu, dass sich Märchenillustration heute nicht mehr voraussetzungslos vollzieht,2 wie am Beispiel Lacombes zu zeigen sein wird.

Das Bild von Schneewittchen hat kaum jemand nachhaltiger geprägt als Walt Disney mit dem ersten abendfüllenden Zeichentrickfilm Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937). Disney hat mit diesem innovativen Film nicht nur die Animation revolutioniert, sondern auch ästhetische Standards für Märchenverfilmungen gesetzt. Das Finden neuer Bildlösungen, gerade vor dem Hintergrund der ungeheuren Bilderpräsenz, zählt nach eigenen Aussagen selbst für so profilierte Gegenwartsillustratorinnen und -illustratoren wie Susanne Janssen, Nikolaus Heidelbach, Yvan Pommaux oder Henriette Sauvant zu den größten Herausforderungen in der Bilderbuchillustration überhaupt.

Die Diskurse über Schneewittchen werden heute durchaus kontrovers geführt. Auf der aktuellen...

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