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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Edited By Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Wie wird aus einem Grimm’schen Kinder- und Hausmärchen ein Kunstmärchen aus Zamonien? Walter Moers’ Ensel und Krete und die Transformation eines romantischen Märchenmodells: Manuel Bauer

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Manuel Bauer

Wie wird aus einem Grimm’schen Kinder- und Hausmärchen ein Kunstmärchen aus Zamonien? Walter Moers’ Ensel und Krete und die Transformation eines romantischen Märchenmodells

Die Rezeptionsspuren der Grimm’schen Kinder- und Hausmärchen reichen bis nach Zamonien. Bedeutendstes (und bislang einziges) Zeugnis ist Walter Moers’ Roman Ensel und Krete, der im Untertitel als Ein Märchen aus Zamonien ausgewiesen ist. Zamonien ist ein versunkener fiktiver, phantastischer Kontinent, von dem wir nur durch die Zamonien-Romane Kunde haben. Karten zufolge lag Zamonien in einer Welt, die der unseren ähnelt. Der Kontinent befand sich einst zwischen Eurasien und Amerika und war ungefähr so groß wie Australien. Erfunden und beschrieben wurde Zamonien von Walter Moers (*1957), der schon vor seiner Karriere als Romancier einem breiten Publikum als provokativer Comiczeichner bekannt war. Seit 1999 sind sieben Romane von Moers erschienen. Sechs dieser Romane spielen in Zamonien.1

Menschen gibt es in Zamonien kaum noch, dafür aber eine Vielzahl phantastischer Geschöpfe, etwa, um nur eine bescheidende Auswahl aufzuzählen, Hundlinge, Haifischmaden, Schrecksen, Wildschweinlinge, Wolpertinger, Eydeeten, Berghutzen, Blutschinken, Zwergpiraten oder Tratschwellen, aber auch bemerkenswerte Landschaften wie die Süße Wüste, über- und unterirdische Labyrinthe, eine kulinarische Insel oder die sich als überdimensionales Raumschiff erweisende Megastadt Atlantis.

Wichtiger als die einzelnen Daseinsformen und Örtlichkeiten ist der Kontinent selbst, der einer Aussage des Autors zufolge der eigentliche Held der Reihe ist.2 Alle Romane sind isoliert lesbar, verweisen aber durch vielfältige und geschickte Verklammerungen aufeinander....

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