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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Edited By Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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‚Eigensinnige Kinder‘ – Jacob Grimm und Alexander Kluge als Gründerfiguren einer neuen Geschichtspädagogik: Vinzenz Hoppe und Kaspar Renner

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Vinzenz Hoppe und Kaspar Renner

‚Eigensinnige Kinder‘ – Jacob Grimm und Alexander Kluge als Gründerfiguren einer neuen Geschichtspädagogik1

Dass 2012 anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Kinder- und Hausmärchen eine große Konferenz in Kassel stattfand, dürfte wohl auch Alexander Kluge interessiert haben, der im gleichen Jahr seinen 80. Geburtstag feierte. Wahrscheinlich hätte er sogar gerne einen Dokumentarfilm über diese Konferenz gedreht, nicht nur über die öffentlichen Vorträge, sondern auch über die Gespräche am Rande solch einer großen Veranstaltung, über die Kaffeepausen dazwischen, die Märchenabende danach und vielleicht auch über den gemeinschaftlichen Opernbesuch.2 Der umtriebige Jurist, Buch- und Filmautor Alexander Kluge hat sich immer schon dafür fasziniert, auf welch unterschiedliche Weise Grimm-Forschung betrieben wird. Sei es von den philologischen Experten oder den Laien, sei es als Beruf oder skurrile Nebenbeschäftigung, sei es in wissenschaftlichen oder in künstlerischen Formaten. In diesem Sinne hat Kluge in seinem vielgestaltigen Werk auf experimentelle Weise genau jenes Spannungsverhältnis von ‚Philologie und Spekulation‘ erkundet, auf das auch im Eröffnungsvortrag der ersten Sektion des Kongresses hingewiesen wurde.3

Mit den Grimms und Kluge treffen, so die Ausgangsthese unseres Beitrags, Märchen, Mythen und Moderne auf exemplarische Art und Weise aufeinander. Das wollen wir am Beispiel von Alexander Kluges Buch- und Filmprojekt Die Patriotin aus dem Jahr 1979 zeigen, in dem immer wieder auf KHM 117, also das Märchen vom Eigensinnigen Kind, angespielt wird.4 Dieses Märchen...

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