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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Edited By Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Brüder, Ritter, Betrüger: Beschädigte Männlichkeit in Terry Gilliams Brothers Grimm: Waltraud Maierhofer

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Waltraud Maierhofer

Brüder, Ritter, Betrüger: Beschädigte Männlichkeit in Terry Gilliams Brothers Grimm

Mein Beitrag setzt sich mit einem neueren Produkt der globalen medialen Umsetzung des ‚cultural icon‘ Brüder Grimm und den von ihnen gesammelten und popularisierten Märchen auseinander, nämlich dem Film The Brothers Grimm (2005) des britischen Regisseurs Terry Gilliam, eine britisch-tschechisch-amerikanische Koproduktion.1 Trotz ungewöhnlich langer Produktionszeit, Starbesetzung und dem bis dahin höchsten Budget für einen seiner Filme wurde Brothers Grimm von der Kritik überwiegend negativ beurteilt, insbesondere in den USA.2 Gleichzeitig ist der Film aber der bis dahin größte Publikumserfolg des Regisseurs.3 Terry Gilliam (geb. 1940) begann als Autor und Schauspieler der Komikergruppe Monty Python und ist bekannt für seine Umwandlung von bekannten Geschichten und Mythen wie denen von König Artus und Münchhausen oder dem bisher immer wieder verschobenen Projekt zu Don Quixote und neuerlich auch Faust. Seine Filme von Monty Python and the Holy Grail (1975, mit Terry Jones), über The Adventures of Baron Munchausen (1988) bis The Imaginarium of Doctor Parnassus (2009) sind doppelbödig und verstörend. Sie wecken Zweifel daran, was wirklich ist und was imaginär. Sie zeigen die „Notwendigkeit von Fantasie und Traum“ in einer rationalen Welt und kritisieren nicht zuletzt bekannte Mythen, indem sie das Erwartete unterlaufen.4 Mit The Brothers Grimm hat sich Gilliam allerdings erstmals für einen Blockbuster mit rund 80 Millionen Dollar Budget ‚einspannen lassen‘, bei dem die Hollywood-Produzenten jegliche Ambivalenz...

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