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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Edited By Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Aschenputtel in Afrika. Exotismus, Klischee und das (inter-)kulturelle Potenzial von Märchen im Märchenseminar: Isabel dos Santos

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Isabel dos Santos

Aschenputtel in Afrika. Exotismus, Klischee und das (inter-)kulturelle Potenzial von Märchen im Märchenseminar

Auch in Afrika haben die Brüder Grimm ihre Spuren hinterlassen. Europäische Siedler und Missionare brachten französische und deutsche Märchenversionen auf den Kontinent, so dass es heute afrikanische Märchen gibt, die deutliche Einflüsse der Brüder Grimm und anderer europäischer Märchenerzähler aufweisen.1 Doch dem nachzuspüren, ist nicht das Ziel dieses Beitrags. Vielmehr geht es darum, das Potenzial von Märchen für die heutige Sinnvermittlung interkulturellen Verstehens zu überdenken. Trotz des offensichtlichen kulturellen Schatzes von Märchen werden diese – Beispiel ist z.B. Südafrika – nur in der Vorschule (vor)gelesen und später nicht mehr im Schulplan vermerkt. Auch im afrikanischen DaF-Unterricht, wo die sprachlich leicht verständlichen Texte besonders gut eingesetzt werden könnten, sind die Märchen der Brüder Grimm nur selten Teil des Unterrichtplans. Literarische Texte in deutscher Sprache werden erst im Universitätsstudium ernst genommen, wobei das Schreiben über Afrika,2 d.h. der literarisch zu verzeichnende Diskurs zu Afrika oft im Mittelpunkt steht. Anliegen des Beitrags ist es zu zeigen, dass die Märchen der Brüder Grimm hierbei eine bedeutende Rolle spielen könnten, weil sie zum Verstehen von Fremderfahrung verhelfen und zu einem einfachen, natürlichen interkulturellen Austausch befähigen.

Afrika-Diskurs zwischen Exotismus und Klischee

In seinem Aufsatz zu kritischer Erinnerung, Exotismus und Interkulturalität aus dem...

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