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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Edited By Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Hans im Glück. Interpretationen aus Sicht von fünf Disziplinen – Philologie, Philosophie, Psychologie, Ökonomie, Managementlehre: Rolf Wunderer

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Rolf Wunderer

Hans im Glück. Interpretationen aus Sicht von fünf Disziplinen – Philologie, Philosophie, Psychologie, Ökonomie, Managementlehre

Einführung – Zum Glück des Hans (KHM 83)

Ist individuelles Glück Erinnern an ‚peak experiences‘, optimistische Hoffnung auf glückliches bzw. Vermeiden eines unglücklichen Ereignisses, habituelle ‚Lebenszufriedenheit‘ oder aktuelle Glückseligkeit bzw. geschickte stete Selbstmotivierung?

Zentrale Dimensionen sind Vergangenheit, Zukunft, Gegenwart sowie emotionale (Lebenssinn, Glück) bzw. rationale Komponenten (z.B. demoskopisch global erfasste Lebenszufriedenheit, individuelle masterery – ‚das Leben im Griff haben‘1 – oder sich als Glückskind sehen und verhalten).

Eine Definition von Friedrich Nietzsche trifft Hans besonders: der „zwar nie endgültig an ein Ziel gelangt, sich jedoch in der ständigen Überwindung des Nichtgeglückten gleichsam Erfolgserlebnisse verschafft, die von einem explosiven Glückgefühl begleitet sind.“2 So endet das Märchen: „‚So glücklich wie ich […] giebt es keinen Menschen unter der Sonne.‘ Mit leichtem Herzen und frei von aller Last sprang er nun, bis er daheim bei seiner Mutter war.“3

Zur Interpretation aus fünf Disziplinen

Philologische Deutung von Hans im Glück als Schwank vom wohlgemuten Dümmling

Mit Lüthi verstehen wohl die meisten Erzählforscher/-innen4 und Erzähler/-innen dieses Märchen als Schwank vom „wohlgesinnten Dummling“5, der die Kunst verstehe, „die Dinge leicht zu nehmen“6. Deshalb fehlt in ihren Anthologien zu Glücksmärchen Hans im Glück öfters – auch bei Psychologen.7...

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