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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Die Brüder Grimm: Vorbild für Märchensammler im Norden: Radka Slouková

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Radka Slouková

Die Brüder Grimm: Vorbild für Märchensammler im Norden

Die Wirkung der Brüder Grimm geht über die Grenzen Deutschlands hinaus. Ihre Kinder- und Hausmärchen sind die bekannteste und einflussreichste Märchensammlung. Durch sie regten Jacob und Wilhelm Grimm ein großes Interesse für das Sammeln, das Herausgeben und das Studium von Volksmärchen an. Nach Grimm’schen Vorbild wurden Märchen in verschiedenen Teilen der Welt gesammelt. So auch in Nordeuropa. In meinem Beitrag möchte ich den wichtigen Einfluss der Brüder Grimm auf die Märchensammler der nordischen Länder Dänemark, Schweden und Norwegen herausstellen.

Eingangs möchte ich kurz auf die historische und kulturelle Situation in Nordeuropa zu Lebzeiten der Brüder Grimm zu sprechen kommen, damit deutlich wird, in welcher Atmosphäre ihre Ideen des Märchensammelns in den Norden gelangten und warum diese sich in den einzelnen nordischen Ländern in unterschiedlicher Weise durchgesetzt haben.

Dänemark, Norwegen und Schweden wurden zwischen den Jahren 1397 und 1523 durch die sogenannte Kalmarer Union verbunden. Am Ende schied Schweden aus der Union aus und es entstand eine dänisch-norwegische Personalunion. Norwegen kam so unter dänische Vorherrschaft und erhielt den Status einer autonomen Provinz. Für Jahrhunderte fand sich die norwegische Sprache, Kultur und Identität politischem Druck ausgesetzt. Am Ende des 18. Jahrhunderts begann das norwegische Nationalbewusstsein langsam zu erstarken. Dänemark geriet nach den verlorenen Napoleonischen Kriegen in eine Krise...

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