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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Edited By Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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„Was halten Sie vom tz?“ Wissenschaftssoziologische Überlegungen zur Grundlegung der Deutschen Philologie anlässlich des Briefwechsels zwischen Grimm und Lachmann: Nathanael Busch

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Nathanael Busch

„Was halten Sie vom tz?“ Wissenschaftssoziologische Überlegungen zur Grundlegung der Deutschen Philologie anlässlich des Briefwechsels zwischen Grimm und Lachmann

Miss Krauss, perhaps you don’t realize who we are. We’re the Brothers Grimm, the men who vanquished the mill witch of Karlstadt, the frog boy of Glutenhof, and the cannibal chef of the Schwarzwald in the gingerbread house of terror.1

„Wollte Gott“, wünschte sich Karl Lachmann in einem Brief an Jacob Grimm, „wir wären uns näher.“2 Dieser emphatisch formulierte Wunsch gründete sich indes nicht, wie man annehmen möchte, in jenem Verhältnis, das man landläufig als ‚Freundschaft‘ bezeichnet. Vielmehr beklagte der Forscher seinen misslichen Zustand, „weil ich niemand habe, der gleich mit den andern Dialecten zu Hülfe kommt.“3

Warum sollte sich jemand wünschen, ausgerechnet Jacob Grimm als Notdienst in Dialektfragen um sich zu haben? Überblickt man das weite Arbeitsgebiet des Protogermanisten, leuchtet einem die Vorstellung ein. Der Autor der Deutschen Grammatik – jener Gründungsurkunde der Germanistik4 – und des Deutschen Wörterbuches hätte sicherlich dazu die Befähigung, „zu Hülfe“ zu kommen. Wieso aber sollte jemand überhaupt die Sehnsucht äußern? Umso bemerkenswerter ist es, wenn in der medialen Öffentlichkeit anlässlich des Jubiläums der Veröffentlichung der KHM solcherlei Spezialfragen der Sprach- und Literaturforscher Grimm kaum Erwähnung fanden. Nein, man kennt die Grimms wegen der ‚Märchen der Gebrüder Grimm‘, bester Ausdruck dafür ist...

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