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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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„Diese Märchen-Sammlung ist eine angenehme Neben-Arbeit, unsere Hauptsache ist natürlich jetzt immer die Edda“. Die Brüder Grimm und die Lieder-Edda. Übersehene Vielfalt im Schaffen des Jahres 1812?: Christof Seidler

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Christof Seidler

„Diese Märchen-Sammlung ist eine angenehme Neben-Arbeit, unsere Hauptsache ist natürlich jetzt immer die Edda“. Die Brüder Grimm und die Lieder-Edda. Übersehene Vielfalt im Schaffen des Jahres 1812?

Einführung

Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm beschäftigten sich bei ihren vielfältigen Studien auch mit der altnordischen Sprache und Literatur. Der Beitrag beleuchtet ein Forschungsgebiet, mit dem sie sich dabei in den Jahren 1811 bis 1815 besonders intensiv befassten, nämlich die Heldenlieder der Älteren Edda. In diesen ist die Nibelungensage in nordischer Ausprägung festgehalten und überliefert. Unter anderem sind die Protagonisten Siegfried, Kriemhild, Etzel, Gunther, Brünhild und Hagen die entsprechenden Charaktere Sigurðr, Guðrún, Atli, Gunnarr, Brynhildr und Høgni. Die Gleichzeitigkeit der Arbeit der Brüder an Edition bzw. Übersetzung dieser altnordischen Heldendichtung und an ihrer Märchensammlung führte zu zahlreichen wechselseitigen Bezügen, die sich sowohl in ihrer Publikation Lieder der alten Edda (1815) als auch in ihren Kinder- und Hausmärchen (1812 und 1815) niederschlugen.

Die Ältere Edda, die in einer damals in Kopenhagen aufbewahrten Pergamenthandschrift etwa aus dem Jahr 1270 überliefert ist, enthält zehn Götterlieder (Vølospá bis Alvíssmál) und rund 20 Heldenlieder (Vølundarqviða bis Hamðismál) in altwestnordischer Sprache.1 Letztere standen aufgrund der Nähe zum Sagenkreis der Nibelungen im Mittelpunkt der altnordistischen Studien der Brüder Grimm, die ab dem Jahr 1811 eine Textedition und deutsche Übersetzung...

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