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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Die Kindermärchen der übrigen Völker kennen lernen. Übersetzungstheorie und Märchenpoetik bei Jacob und Wilhelm Grimm: Agnes Blümer

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Agnes Blümer

Die Kindermärchen der übrigen Völker kennen lernen. Übersetzungstheorie und Märchenpoetik bei Jacob und Wilhelm Grimm

Jacob und Wilhelm Grimm haben sich vielfach zu Konzepten und Problemen des Übersetzens geäußert; ihre dahingehenden Bemerkungen stammen aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen und aus mindestens vier Jahrzehnten. Um 1810 setzen sich die Brüder intensiv mit alt- und mittelhochdeutscher, später auch mit keltischer, slawischer, skandinavischer und romanischer Sprache und Dichtung auseinander. Dies hat zur Folge, dass sie in ihren zahllosen Aufsätzen und Rezensionen häufig auch sprachliche Transferprozesse thematisieren. Nach der Veröffentlichung der Kinder- und Hausmärchen werden beide als Märchenforscher mehrfach um Vorworte zu übersetzten Märchensammlungen aus verschiedenen Ländern gebeten. Darin äußern sie sich ebenfalls zu Fragen der Translation. Bis in die 1850er-Jahre hinein, der Zeit ihrer Arbeit am Deutschen Wörterbuch, lässt das Thema Jacob und Wilhelm Grimm nicht los.

In der kaum überschaubaren Menge der Äußerungen zum Übersetzen und Übertragen finden sich viele Einzelbeobachtungen, etwa scharfe Kritik wegen vermeintlicher Übersetzungsfehler oder gar mangelnder Sprachkenntnisse. So schreibt Jacob Grimm 1819 über Friedrich Majers Übersetzungen aus der Edda, die darin enthaltenen Fehler seien zwar „kleinigkeiten“, jedoch „schlimme anzeigen, wie es um hr. M. isländische sprachkenntnisse stehe.“1 Darüber hinaus treffen Jacob und Wilhelm Grimm immer wieder auch allgemeine Aussagen zu Theorie und Praxis der Übersetzung. Einige ihrer Ideen lassen sich bis in die moderne Übersetzungstheorie der letzten Jahrzehnte...

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