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Märchen, Mythen und Moderne

200 Jahre «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm – Teil 1 und 2

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Claudia Brinker-von der Heyde, Holger Ehrhardt and Hans-Heino Ewers

Im Dezember 2012 jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen. Dieses Jubiläum nahm die Universität Kassel zum Anlass, einen internationalen Kongress mit dem Titel Märchen, Mythen und Moderne. 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu veranstalten. Die vorliegenden Kongressbeiträge nähern sich dem populärsten Werk der Brüder Grimm sowohl literatur- und sprachwissenschaftlich als auch aus Sicht der Kinder- und Jugendliteratur, Psychologie und Pädagogik, Medienwissenschaft und interkulturellen Rezeptionsforschung. Über die Märchen hinaus finden sich Studien zum philologischen, lexikographischen, mythologischen und rechtshistorischen Werk der Brüder Grimm.
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Performative Elemente in den städtischen Gewohnheitsrechten: Martin M. Langner

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Martin M. Langner

Performative Elemente in den städtischen Gewohnheitsrechten

Die Brüder Grimm werden im In- und Ausland als Sammler von Märchen wahrgenommen. Sie haben in einer Zeit, in der sich durch historische Umstände gravierende Verwerfungen im sozialen Gefüge des deutschsprachigen Raum ankündigten, Texte dieser Gattung vor dem Vergessen bewahrt, die vordem mündlich tradiert worden waren. Mit den sozialen Veränderungen ging die Gefahr einher, die Texte der Märchen, die Gattung und die mit ihr verbundene Erzähltradition zu vergessen. Das kulturelle Erbe der Märchen für die Nachwelt bewahrt und zugänglich gemacht zu haben, ist das Verdienst der Brüder Grimm.

Dennoch steht außer Frage, dass sich die beiden Brüder aber auch durch andere Forschungen ausgezeichnet haben. Einer dieser Bereiche, in dem sich die Brüder gleichfalls bewährt haben, ist die Rechtsliteratur des Mittelalters. Ursprünglich als Juristen ausgebildet, dann unter der Führung von Savigny an die ältere deutsche Literatur herangeführt, scheint es fast zwingend, dass sich die beiden Brüder auch mit dem alten Recht beschäftigten. Dann ist es vor allem Jacob Grimm, der durch die Ausgaben von Rechtstexten hervortrat. 1828 erschienen die Ausgabe der Deutschen Rechtsalterthümer, denen 1840 die ersten beiden Bände der Weisthümer und 1842 der dritte Band dieser Sammlung folgten. Die Berliner Antrittsvorlesung von Jacob Grimm, 1841, handelte vom alten deutschen Recht. Ähnlich wie Herder bei seiner Sammeltätigkeit für...

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