Show Less
Restricted access

Alltags- und Fachkommunikation in der globalisierten Welt

Eine Annäherung

Series:

Edited By Armin Burkhardt, Jin Zhao and Jianhua Zhu

Der unaufhaltsame Prozess der Globalisierung ist für die ganze Welt nicht nur eine ökonomische und ökologische, sondern auch eine kulturelle Herausforderung. Über wirtschaftliche Zusammenarbeit, internationalen Handel, wissenschaftlichen Austausch, weltweiten Tourismus, Migration und mediale Kommunikationsverbindungen, die in fast jeden Winkel der Erde reichen, greift er inzwischen in das private und berufliche Leben fast aller Menschen ein. Dieser Band enthält den Großteil der Beiträge des von der Alexander von Humboldt-Stiftung geförderten Symposiums «Alltags- und Fachkommunikation in der globalisierten Welt» (Shanghai 2010).
Show Summary Details
Restricted access

Yu Sun: Ein Schritt nach vorn und außen – Goethes Übersetzungsansichten im Zeichen der Weltliteratur

Extract

← 100 | 101 → Ein Schritt nach vorn und außen – Goethes Übersetzungsansichten im Zeichen der Weltliteratur

Yu Sun (Shanghai)

Abstract

Diese Arbeit geht auf Goethes Übersetzungsansichten bzw. -tätigkeiten sowie seinen Wechsel von der Übersetzungsdichotomie zu drei Paradigmen ein. Es zeigt sich, dass seine Übersetzungstheorie und -praxis im Zusammenhang mit seiner Weltliteratur steht, was u.a. aus der Epoche resultiert. Seine Auffassungen von Übersetzung sind von dreierlei Art und weisen horizontal auf einen dreiteiligen Kreis und vertikal auf eine progressiv ansteigende Spirale hin, wo die Nationalund die Weltliteratur mittels Übersetzung interagieren und vorangetrieben werden sollen.

1. Weltliteratur

Der Begriff Weltliteratur steht dem der Nationalliteratur gegenüber. August Wilhelm Schlegel hat ihn als Erster geprägt; seine Verbreitung und Entfaltung verdankt sich aber Johann Wolfgang von Goethe. In einem Gespräch mit seinem Sekretär J.P. Eckermann im Jahr 1827 hat Goethe bereits die Idee einer Weltliteratur angedeutet:

Ich sehe immer mehr, […] daß die Poesie ein Gemeingut der Menschheit ist, und daß sie überall und zu allen Zeiten in hunderten und aber hunderten von Menschen hervortritt. Einer macht es ein wenig besser als der andere und schwimmt ein wenig länger oben als der andere, das ist alles […] (Biedermann: 43–46)

Wenig später ging er erneut darauf ein:

Wissenschaft und Kunst gehören der Welt an und vor ihnen verschwinden die Grenzen […]. Anstatt sich in sich selbst zu beschränken, muß der Deutsche die Welt in...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.