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Alltags- und Fachkommunikation in der globalisierten Welt

Eine Annäherung

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Edited By Armin Burkhardt, Jin Zhao and Jianhua Zhu

Der unaufhaltsame Prozess der Globalisierung ist für die ganze Welt nicht nur eine ökonomische und ökologische, sondern auch eine kulturelle Herausforderung. Über wirtschaftliche Zusammenarbeit, internationalen Handel, wissenschaftlichen Austausch, weltweiten Tourismus, Migration und mediale Kommunikationsverbindungen, die in fast jeden Winkel der Erde reichen, greift er inzwischen in das private und berufliche Leben fast aller Menschen ein. Dieser Band enthält den Großteil der Beiträge des von der Alexander von Humboldt-Stiftung geförderten Symposiums «Alltags- und Fachkommunikation in der globalisierten Welt» (Shanghai 2010).
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Yong Liang: Interkulturalität der Begrifflichkeit(en)

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← 178 | 179 → Interkulturalität der Begrifflichkeit(en)

Yong Liang (Trier)

Abstract

Mit international scheinbar gleichen oder ähnlichen Ausdrücken/Wörtern können kulturell sehr unterschiedlich ausgeprägte Begrifflichkeiten präsentiert werden. Auch die aus einer anderen Kultur importierten Begriffe können im neuen soziokulturellen Kontext eine andere Entwicklung, eine Eigendynamik erfahren. Dieses Phänomen wird im vorliegenden Beitrag unter dem Gesichtspunkt der interkulturellen Kommunikation aufgegriffen und anhand konkreter Beispiele im chinesisch-deutschen Kontext diskutiert.

1. Einleitung

Im Vorwort einer 2005 in Beijing erschienenen wissenschaftlichen Monographie findet man zum Thema,Jnterkulturalität“ u.a. die folgenden Formulierungen:

Wessen Kultur steht über wessen Kultur? Nach dem Verständnis der chinesischen Sprache hat (kua: across-, inter-) die Bedeutungen von „überwinden“, „überschreiten“ und „sich über etwas stellen“. Die Frage ist: Welche Kultur soll/kann sich über welche andere Kultur erheben? (Yan 2005: VII)

Diese Auslegung des Begriffs interkulturell scheint zunächst verwirrend und unverständlich zu sein, weil sie von dem Referenzrahmen des Begriffs, an dem wir uns im diesbezüglichen akademischen Diskurs (mit allen seinen Varianten) orientieren, stark abweicht.

Das chinesische Wort für interkulturell ( kua wenhua) ist eine Übersetzung. Wie zahlreiche andere geistesund kulturwissenschaftliche Begriffe ist auch „interkulturell“ ein importierter, höchstwahrscheinlich aus dem Englischen. Nun versucht der Verfasser der oben zitierten Zeilen, vom chinesischen Zeichen (kua) ausgehend, den Begriff „interkulturell“ so zu deuten, dass hier eine völlig andere Fragestellung entsteht.

Es handelt sich dabei keinesfalls...

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