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Die schönen Insel-Bilderbücher

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Roland Stark

Dieses Buch fußt, abgesehen einmal von den langjährigen Arbeiten des Verfassers zur Geschichte des Kinderbuchs, auf der Auswertung des Siegfried Unseld-Archivs im Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Geboten wird ein Überblick über die Entstehungsgeschichte, die Entwicklung, den Aufbau und die Inhalte und Themen dieses besonderen Kinderbuchprogramms im Insel Verlag. Herausgestellt werden die Künstler und Autoren dieses Programms, der Verleger Siegfried Unseld und vor allem die Leitfigur Elisabeth Borchers. Verwiesen wird darüber hinaus auf das Verlagssegment des Bilderbuchs, zu dem auch theoretische Überlegungen angestellt werden. Die Wiedergabe zahlreicher Stellungnahmen und Rezeptionsdokumente lässt die wechselvolle Geschichte des Bilderbuchs im Insel Verlag lebendig werden. So entsteht ein Szenario von Zuspruch und Anerkennung, die inhaltliche und künstlerische Qualität der Bilderbücher betreffend. Schließlich wird den Gründen für das Scheitern dieser großartigen Unternehmung nachgegangen. Die vorliegende Publikation fungiert auch als Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Bilderbuchmuseum Burg Wissem in Troisdorf.
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Die neuen Konturen des Programms

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Es konnte im Insel Archiv kein grundsätzliches Programmpapier von Elisabeth Borchers gefunden werden - wir müssen ihre Ausgangsüberlegung und ihr Konzept aus vielen Mitteilungen und einzelnen Niederschriften zu rekonstruieren versuchen. Es ist aber evident, dass für sie das Kind in seinen verschiedenen Stufen der Aufnahme von Bild- und Lesestoff ein eigenständiges, in besonderen Kategorien fühlendes und denkendes Wesen war. Zugleich war für sie auch eindeutig, dass der Buchmarkt mit seinen Absatzerwartungen nur indirekt an diese „Wesen“ geknüpft ist: Die Erwachsenen kaufen Bilderbücher, die eigentlichen Adressaten, die Kinder, äußern lediglich Wünsche - wenn überhaupt.

Deshalb musste es aus der Erfolgsorientierung heraus auch ein Aspekt sein, die Erwachsenen in den Besitzwunsch, in das Interesse am Kauf und Bewahren, einzubeziehen und damit auch die Literatur im Kinderbuch weiter zu tragen. Elisabeth Borchers hat diesen Grundgedanken immer vertreten und verfochten - bis hin zu den Preisgesetzen des Marktes. 1981 sagte sie: „Man kann fragen, wie groß, wie klein, wie dick, wie dünn ein Kinderbuch sein darf (das heißt in Relation gesetzt zu einem bestimmten Alter eines bestimmten Kindes). Man kann auch fragen, wie teuer ein Kinderbuch sein darf (ganz allgemein gesehen und in Relation gesetzt zu der vorstellbaren Bereitschaft von vorstellbaren Erwachsenen, Geld für ein Kinderbuch auszugeben). Aber kann man allen Ernstes fragen, wie literarisch ein Kinderbuch sein darf. (…) Wäre literarisch demnach ein Synonym für: schwierig, anspruchsvoll, kurz: Untauglich für das Kind?

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