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Von Homer bis Theodosius dem Großen

Sechzehn historische Fiktionen mit Themen der griechischen und römischen Geschichte

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Gunther Gottlieb

Was wäre geschehen, wenn…? Diese Frage wird an zentralen Ereignissen und großen Persönlichkeiten der griechischen und römischen Geschichte bearbeitet, wobei die Einbindung in den jeweils kulturellen Kontext Beachtung findet. Ziel des Buches ist es, Gedankenspiele einzuüben, Argumentationen zu erfinden und zu überprüfen sowie tiefer einzudringen in Pläne, Vorstellungen, Wünsche und Absichten von Einzelpersönlichkeiten oder Gemeinschaften. Die sechzehn Kurzessays verstehen sich als kulturgeschichtlich ausgerichteten Beitrag zur historischen Literatur.
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Die Römer verlieren den ersten Punischen Krieg

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In einem zeitgeschichtIichen Beitrag, den ich kürzlich las, ist mehrmals vom Krieg die Rede – vom Krieg als weltgeschichtlichem Phänomen und mit unterschiedlichen Wertungen: In der Geschichte sei alles immer durch Kriege geregelt worden. Jede Generation müsse einmal einen Krieg mitgemacht haben71. Es gebe nur wenige Kriege, von denen sich ohne Einschränkung sagen lasse, sie seien gerecht gewesen, und dass auch noch die Richtigen gewonnen hätten72. Eine Aufreihung historischer Urteile, die in dieser allgemeinen Form natürlich auch für das Altertum gelten können. Konzentrieren wir uns auf zwei Urteile! Wer entscheidet, ob ein Krieg gerecht ist? Die Römer führten nur gerechte Kriege. Das war ihre Überzeugung und Ideologie, welche sie durch genau festgelegte, einen Krieg einleitende Rituale öffentlich zur Schau stellten. Und die Frage nach den richtigen Siegern? Die Römer haben, so die Geschichte, den Ersten Punischen Krieg gewonnen. Wenn aber die Karthager diesen Krieg gewonnen hätten, wie wir es uns vorstellen, wer waren dann die richtigen Sieger? Es gab bereits im Altertum den römischen und den karthagischen Standpunkt – je nach Standpunkt waren die einen oder die anderen die richtigen oder falschen Sieger, die richtigen oder falschen Verlierer. Diese gegensätzlichen Standpunkte und Wertungen ziehen sich durch die historischen Urteile bis in unsere Gegenwart. Wir in Europa haben einen Konsens in dieser Frage, dass nämlich mit den Römern die Richtigen gesiegt haben, wären wir doch, wenn man, was in visionären Ausblicken gerne geschieht,...

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